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Arzthaftung

Behandlungsfehler bei Einsatz von nickelhaltigem Zahnersatz trotz Verdacht auf Nickelallergie

Der Fall: Ein Zahnarzt führte bei einerPatientin eine Wurzelbehandlung durch und beriet sie über dieNotwendigkeit der Erneuerung einer insuffizienten Brücke überdem wurzelbehandelten Zahn. Im Behandlungsgespräch erwähntedie Patientin, dass bei ihr der Verdacht auf eine Nickelallergiebesteht. Nach dem Heil- und Kostenplan war als Brückenmaterialeine goldhaltige Legierung vorgesehen. Die Patientin entschied sichaber später für eine Brücke aus einer edelmetallfreienLegierung, die zu 64,1 Prozent aus Nickel bestand.

Etwa zwei Jahre später stellten sich bei derPatientin zahlreiche gesundheitliche Beschwerden und Störungenein. Trotz verschiedener Behandlungsmaßnahmen verschlechtertesich ihr Gesundheitszustand immer weiter, so dass die Patientinerwerbsunfähig wurde. Sie führte ihren schlechtenGesundheitszustand ausschließlich auf die nickelhaltigeBrücke zurück, die ihren Körper „vergiftet“habe, und verklagte den Zahnarzt auf Ersatz des materiellen undimmateriellen Schadens auf Grund fehlerhafter zahnärztlicherBehandlung – vergebens.

Die Klage wurde abgewiesen. Auch die Berufung derPatientin hatte keinen Erfolg. Aus den Urteilsgründen: DerZahnarzt hat zwar einen ärztlichen Behandlungsfehler begangen,weil er der Patientin eine Brücke mit Nickelanteil eingesetzt hat.Wegen des bestehenden Verdachts auf eine Nickelallergie hätte erim Rahmen seiner therapeutischen Aufklärungspflichten entwederdarauf dringen müssen, dass die Patientin durch eineärztliche Untersuchung den Verdacht auf eine Nickelallergieabklären lässt. Oder er hätte bei der Versorgung derPatientin mit Zahnersatz den sichersten Weg wählen und ihr deshalbzu einer nickelfreien Brücke raten müssen. Da aber nichtfestgestellt werden konnte, dass der Behandlungsfehler des Zahnarztesfür die von der Patientin behaupteten gesundheitlichenBeeinträchtigungen ursächlich war, wurde die Klage derPatientin auf Schadenersatz bzw. Schmerzensgeld abgewiesen (OLG Bremen,Urteil vom 13. Februar 2001, Az: 3 U 28/00) (Abruf-Nr. 011099)

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 10/2001, Seite 3

Quelle: Ausgabe 10 / 2001 | Seite 3 | ID 108871