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·Fachbeitrag ·Lohnsteuer

Warengutscheine: OFD erweitert Sparmodell

| Die Oberfinanzdirektionen Rheinland und Münster haben das Incentive-Modell „Überlassung von Warengutscheinen an Mitarbeiter oder Kunden“ noch attraktiver gemacht. Denn neben der 44-Euro-Sachbezugsfreigrenze darf auch noch die Lohnsteuerpauschalierung nach § 37b EStG angewendet werden. |

 

Gutschein wird auch nach § 37b EStG als Sachbezug eingestuft

So haben die beiden OFD in einer gemeinsamen Kurzinformation klargestellt, dass die positiven Urteile des BFH (unter anderem Urteil vom 11.11.2010, Az: VI R 21/09; Abruf-Nr. 110547 - WISO 3/2011, Seite 6) zur Abgrenzung zwischen Barlohn und Sachbezug auch bei Zuwendungen an eigene Arbeitnehmer und Dritte im Zusammenhang mit der Pauschalierung nach § 37b EStG abzuwenden sind (Kurzinformation Lohnsteuer-Außendienst Nr. 02/2011 vom 6.7.2011). Das bedeutet im Klartext:

 

  • Das Unternehmen kann auch Gutscheine, die es Kunden aushändigt, als Sachzuwendungen nach § 37b EStG versteuern. Das war bisher nicht möglich.

 

  • Das Unternehmen kann seinen Mitarbeitern zwei Gutscheine zuwenden. Für die eine Zuwendung kann die 30 Prozent-Regelung nach § 37b EStG und für die andere die 44 Euro-Grenze des § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG zur Anwendung kommen.

 

  • Beispiel

Manuela Maier erhält von ihrem Arbeitgeber seit dem 1. Januar 2011 monatlich einen Warengutschein im Wert von 40 Euro. Ab Herbst erhält sie zusätzlich monatlich einen Benzingutschein in Höhe von 40 Euro. Folge: Eigentlich wäre nun die monatliche 44 Euro-Sachbezugsfreigrenze überschritten und beide Gutscheine müssten voll versteuert werden. Führt der Arbeitgeber für den Benzingutschein aber die 30-prozentige Pauschalsteuer nach § 37b EStG ab, fällt dieser Sachbezug aus der Bemessungsgrundlage für die 44-Euro-Grenze wieder heraus.

 

Kleiner Wermutstropfen: Finanzverwaltung versagt Bewertungsabschlag

Einen kleinen Wermutstropfen hat die OFD Rheinland Arbeitgebern und -nehmern dann aber doch noch verabreicht. Der vierprozentige Bewertungsabschlag nach R 8.1 Abs. 2 Satz 9 Lohnsteuer-Richtlinien wird bei Warengutscheinen laut OFD nämlich nicht gewährt, weil die Voraussetzungen nicht gegeben sind (Erlass vom 17.5.2011, Az: S 2234-1026-St 212).

 

Praxishinweis |

Gutscheine sollten also nie über Beträge von mehr als 44 Euro lauten. Der vierprozentige Abschlag darf auf keinen Fall einkalkuliert werden.

 
Quelle: Ausgabe 10 / 2011 | Seite 9 | ID 28669960