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·Fachbeitrag ·Investmenttipp

In die Mitte investieren

von Michael Vetter, Wirtschaftsjournalist, Dortmund

| Ohne Risiko keine ausreichend hohe Rendite, das gilt besonders in der derzeitigen Niedrigzinsphase. Mid-Cap-Fonds können hier helfen, die Rendite des Stiftungsvermögens zu erhöhen. |

1. Spekulationsquote auf gleichem Niveau halten

Stiftungsverantwortlichen bleibt im Grunde keine andere Wahl: Ohne spekulativere Anlageformen sind die Wertzuwächse und Renditen der Jahre vor Beginn der Finanzkrise nicht zu halten. Da gesetzliche Vorgaben bzw. die jeweiligen Stiftungssatzungen derartige Investitionen grundsätzlich nur in begrenztem Umfang zulassen, kommt dem Stiftungscontrolling eine wichtiger werdende Bedeutung zu. Anlegen, in Ruhe abwarten, um dann irgendwann ordentliche Gewinne zu kassieren, ist heute so gut wie gar nicht mehr möglich. Richtig ist vielmehr, auch kurzfristig, also unterjährig zu agieren und zwischenzeitliche Gewinne gerade bei den spekulativen Anlagen „mitzunehmen“. Diese Vorgehensweise ermöglicht es der Stiftung, die durch Verkäufe erzielte freie Liquidität erneut spekulativer anzulegen und damit die Spekulationsquote halbwegs auf gleichem Niveau zu halten.

2. Mid-Cap-Fonds

So bieten sich als Beimischung Mid-Cap-Fonds an, die vor allem in Aktien mittelgroßer Unternehmen investieren. Dabei handelt es sich in der Regel um Firmen, die aufgrund ihrer Größe nicht im Deutschen Aktienindex DAX gelistet sind, die aber durchaus ebenfalls zu den wichtigsten deutschen Betrieben gehören können und im MDAX, der dieses Segment an den deutschen Börsen abbildet, notiert werden. Je nach den Anlagegrundsätzen des jeweiligen Fonds sind bei Mid-Cap-Fonds beispielsweise Investments aus einer Mischung von Unternehmen aus dem MDAX und dem DAX, der bekanntlich die dreißig größten deutschen Unternehmen abbildet, möglich. Stiftungsvorstände, die mithilfe ihrer Banken nach der für sie geeigneten Mischung in der individuellen Fondsstruktur suchen, werden bei der Vielzahl von Mid-Cap-Fonds mit hoher Wahrscheinlichkeit fündig.

 

Geografische Grenzen gibt es auch hier so gut wie nicht. Wird etwa auf eine internationale Streuung mittlerer Unternehmen, etwa aus Europa oder auch weltweit, Wert gelegt, so erfolgt die Konzentration bei der Suche nach dem „richtigen“ Fonds auf eben diese Voraussetzungen. Legt die Stiftung dagegen Wert auf zum Beispiel asiatische Unternehmen bzw. auf Gesellschaften, die insbesondere in Übersee oder in Schwellenländern investieren, sind auch hier entsprechende Alternativen möglich. Entscheidend ist naturgemäß die Einschätzung des Stiftungsmanagements im Hinblick auf die zu erwartenden möglichst langfristig erzielbaren Gewinne der Unternehmen, die sich im jeweiligen Mid-Cap-Fonds befinden, als Basis für die Wertentwicklung des Investments. Dass auch bei dieser Anlageform eine regelmäßige Überwachung der Kursentwicklung sinnvoll ist, versteht sich fast schon von selbst. Diese Kontrolle sollte übrigens nicht nur durch die jeweiligen Hausbanken erfolgen, sondern durch den Stiftungsvorstand aktiv begleitet werden.

3. Wichtige Kostenfrage

Um auch kurzfristige Gewinne „mitnehmen“ zu können, ist eine strikte Kostenkontrolle erforderlich. Darauf sollte unbedingt geachtet werden. Verwaltungs- und Erfolgsgebühren der Fondsgesellschaften sowie insbesondere die oft hohen Ausgabeaufschläge (selbst dann, wenn sie bereits halbiert sind), können den Gewinn erheblich verringern. Neben einem sorgfältigen Vergleich der jeweiligen Gesamtkosten der infrage kommenden Fonds bieten sich möglicherweise ETF, also börsengehandelte Fonds an, bei denen die Kosten häufig eher gering sind. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Banken offenbar zunehmend dazu übergehen, mehrere mögliche Fonds der gleichen Kategorie dem Kunden im Internet gegenüberzustellen. Dazu gibt dieser einen bestimmten Fonds vor, den das Kreditinstitut dann um eine oder mehrere Alternativen ergänzt. Der Kunde kann dann mit einem Blick erkennen, wie erfolgreich die dargestellten Fonds in der Vergangenheit gearbeitet haben, wie sie von Ratingagenturen eingeschätzt werden und wie hoch die jeweiligen Kosten sind.

 

PRAXISHINWEIS | Stiftungsverantwortliche sollten sich bei den mit ihnen zusammenarbeitenden Bankinstituten nach dieser Möglichkeit eines solchen effizienten Fondsvergleichs erkundigen.

 

Im Ergebnis können Mid-Cap-Fonds bei Stiftungen natürlich nur als Ergänzung zu einer insgesamt eher konservativen Geldanlagepolitik gesehen werden. Einer Ergänzung allerdings, die mit ein wenig Glück und Anlagegeschick durchaus zu einer immer noch angemessenen Gesamtrendite des Stiftungsvermögens beitragen kann.

4. Stichwort: MDAX

Der „Mid-Cap-Dax“ („MDAX“) umfasst fünfzig Unternehmen klassischer Branchen, die den im DAX aufgeführten Unternehmen bezüglich Marktkapitalisierung und Börsenumsatz folgen. Der MDAX spiegelt also die Wertentwicklung der „Mid-Caps“, der mittelgroßen Werte, wieder. Eine Voraussetzung für eine Aufnahme in den MDAX ist die Erfüllung internationaler Transparenzvorschriften der jeweiligen Unternehmen. Quartalsberichterstattungen und ad-hoc-Mitteilungen auch in englischer Sprache gehören zu diesen Vorschriften. Nachstehend finden Sie zwei Beispiele für Mid-Cap-Fonds:

 

  • AXA Rosenberg Global Small Cap Alpha Fund B Euro (692188)
  • zb x-trackers MSCI World Index Ucits ETF 1 C (DBX1MW)

 

Weiterführender Hinweis

  • Hinweis der Redaktion: Ein Beispiel für eine Bank, die einen Fondsvergleich im Internet anbietet, ist die Ing-Diba
Quelle: Ausgabe 06 / 2015 | Seite 119 | ID 43373057