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  • · Fachbeitrag · Investmenttipp des Monats

    Stufenweise Zinserhöhungen: Step-Up-Anleihe

    von Wirtschaftsjournalist Michael Vetter, Dortmund

    | Eines ist klar, Stiftungen müssen bereits heute und nicht erst in naher oder ferner Zukunft Anlageentscheidungen treffen. Die Verantwortlichen werden sich also auf ihre derzeitige Zinseinschätzung verlassen müssen. Hilfreich kann dazu das Einbeziehen einer Anlageform sein, die Jahr für Jahr steigende Zinssätze verspricht, eine sogenannte „Step-Up-Anleihe“. |

    1. Step-Up-Anleihe als Chance in schlechten Zinszeiten

    Die Zinssituation ist für Anleger nach wie vor alles andere als erfreulich. Sätze zwischen einem und zwei Prozent pro Jahr bilden ein Spektrum ab, das auch an den Einfallsreichtum von Stiftungsverantwortlichen im Vorfeld von Geldanlageentscheidungen hohe Ansprüche stellt. Es gibt nach Einschätzung des Autors darüber hinaus keine Anzeichen, dass sich an der Niedrigzinspolitik der Zentralbanken in absehbarer Zeit etwas ändert. Deutlicher Hinweis darauf ist die vor einigen Wochen erneut erfolgte Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der Eurozone auf einen historischen Tiefstand von 0,75 %. Damit ist der Leitzins erstmals seit Einführung des Euro 1999 unter 1 % gefallen. Diese Strategie des billigen Geldes dürfte sich erst ändern, wenn die Milliarden Euro, die bei den Kreditinstituten derzeit sprichwörtlich „gebunkert“ werden, vor allem durch eine zunehmende Kreditvergabe volkswirtschaftlich nachfragewirksam werden und somit die Inflationsraten steigen lassen. Dann müssten die Zentralbanken reagieren und ihrerseits die Zinsen schrittweise wieder anheben.

     

    Die grundsätzliche Form der Step-Up-Anleihe sieht vor, dass der Anleger im ersten Jahr mit einem festen Zinssatz startet und dass dieser Zinssatz in den folgenden Jahren um einen ebenfalls fest vereinbarten Prozentsatz steigt. Bei einer beispielhaften Step-Up-Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren beträgt der Zinssatz im ersten Jahr 2,25 % und erhöht sich in den folgenden Jahren um jeweils 0,25 %, sodass im letzten Laufzeitjahr 3,25 % gezahlt werden. Anleger besitzen während des Anlagezeitraums also eine weitgehend sichere Kalkulationsbasis einschließlich eines je nach Angebot auch leicht überdurchschnittlichen Zinsniveaus.