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·Fachbeitrag ·Investmenttipp des Monats

Draghi‘s Bazooka: Auswirkungen auf Stiftungen

von Oliver Weber, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Düsseldorf

| Nachdem die EZB angekündigt hat, von März 2015 bis September 2016 für ca. 1,1 Bill. EUR monatlich 60 Mill. EUR Anleihen aufzukaufen, stellt sich die Frage nach der Auswirkung für Anleger von festverzinslichen Wertpapieren. |

 

Schlechte Aussichten

Schon vor der Ankündigung Draghi‘s lag die Verzinsung von deutschen Staatsanleihen im negativen Bereich. Durch diese Maßnahmen sind in den nächsten 2 Jahren stagnierende oder sogar sinkende Zinsen zu erwarten, obwohl es jetzt schon für deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit bis zu 6 Jahren negative und für Anleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren keine 0,5 % p.a. Rendite mehr gibt. Doch wer kauft Anleihen mit einer negativen Rendite?

 

Institutionelle Investoren oder Banken, die über Liquiditätsüberschüsse verfügen, müssen die Gelder unter Einhaltung strenger Anlagekriterien investieren. So lange die Verluste für den Erwerb solcher Staatsanleihen niedriger liegen als die Negativzinsen der EZB für Banken oder die Gebühren für Guthaben einiger Kreditinstitute für institutionelle Großanleger, werden solche Anleihen weiter gekauft. Anleger können Ihre im Depot verbuchten Euro-Staats- und Unternehmensanleihen ohne Befürchtungen vor steigenden Zinsen und entsprechender Buchverluste auf Ihre Bestände weiter behalten. Die Kehrseite ist allerdings, dass die Zinsen im Euroraum bis auf Weiteres nicht nachhaltig steigen und alle Neuanlagen aufgrund der Negativ- oder zumindest niedrigen Zinsen zu einem Problem werden. Euro-Staatsanleihen, mit Ausnahme von Anleihen der Länder aus der Peripherie, rentieren im 10-Jahres-Bereich unter 1 % p.a. Auch für Unternehmensanleihen gibt es nur noch einen kleinen Renditeaufschlag, trotzdem sind diese aufgrund der etwas besseren Verzinsung Staatsanleihen vorzuziehen.

 

Rendite nur noch gegen höheres Risiko

Rendite erhalten Anleger nur noch, wenn Sie ein Risiko bei der Bonität des Emittenten eingehen, in lange Laufzeiten investieren oder außerhalb des Eurolandes in Fremdwährung anlegen. Anleihen mit keinem guten Rating (High Yield Anleihen) oder Anleihen von Emittenten aus den Emerging Markets bieten aktuell noch weit höhere Zinsen. Allerdings liegt hier auch die Gefahr eines Ausfalls des Emittenten oder stärkerer Schwankungen des Börsen- oder Währungskurses sehr viel höher. 2014 haben z.B. Anleihen aus den Emerging Markets in lokaler Währung durchschnittlich Verluste hinnehmen müssen. Daher sind diese Segmente für Stiftungen nur als Beimischung unter Beachtung einer großen Streuung mittels eines Investmentfonds zu empfehlen.

 

FAZIT | Für Stiftungen bleibt die Lage nach der Ankündigung der EZB für längere Zeit weiter angespannt. Eine breitere Diversifizierung des Stiftungsvermögens zur Optimierung der Einnahmen ist daher langfristig notwendig.

Quelle: Ausgabe 03 / 2015 | Seite 60 | ID 43222897