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30.11.2009 |Investmenttipp des Monats

Unternehmensanleihen: Liebe auf den 2. Blick

von Dr. Nils Kottke, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, München

An einem Aufschwung ist grundsätzlich nichts auszusetzen. Er sollte im Gegenteil eigentlich eine gewisse Begeisterung bei „den Betroffenen“ auslösen. Solchermaßen positiv betroffene Anleger sucht man derzeit jedoch meist vergeblich. Die wenigsten Investoren hatten den Märkten eine derartig schnelle Erholung zugetraut und haben daher nur in geringem Umfang bzw. gar nicht daran partizipiert. Dass sich die Begeisterung in der Breite der Anlegerschaft in Grenzen hält, liegt sicherlich auch daran, dass bei vergleichsweise hohen Kursen und niedrigen Zinsen Anlageentscheidungen aktuell alles andere als leicht zu treffen sind. Manche sprechen deshalb auch schon vom „meist gehassten Aufschwung aller Zeiten“. 

Unternehmensanleihen

Auch die Anlageklasse der Unternehmensanleihen sticht derzeit nicht unbedingt als absolutes „Muss“ ins Auge. Zumindest auf den ersten Blick: Die Kurse der Anleihen sind in wenigen Monaten in die Höhe geschossen und die Renditen in der Konsequenz substanziell gefallen. Nicht unbedingt attraktivitätssteigernd wirkt sich zudem die Aussicht auf Zinserhöhungen vonseiten der Notenbanken aus, die Anleihenkurse unter Druck bringen würde. Auf den ersten Blick also keine so attraktive Anlageklasse.  

 

Manchmal lohnt aber auch ein zweiter, kritischer Blick. So bieten Unternehmensanleihen nach wie vor einen gesunden Renditeaufschlag gegenüber Staatsanleihen und Pfandbriefen. Berücksichtigt man zudem, dass viele Volkswirte für 2010 eine Verringerung der Ausfallraten, d.h. Firmenpleiten, erwarten, was sich positiv auf die Kurse von Unternehmensanleihen auswirken würde, und Staatsanleihen und Pfandbriefe ebenfalls von möglichen Zinserhöhungen betroffen sein würden, dann sind Unternehmensanleihen im aktuellen Marktumfeld nach wie vor eine Anlageklasse, die nicht vernachlässigt werden sollte. 

Investieren in Unternehmensanleihen

Das Angebot an Unternehmensanleihen ist dank einer sehr regen Emissionstätigkeit im laufenden Jahr schon jetzt ausgesprochen gut. Zudem ist aufgrund der restriktiven Kreditvergabepolitik vieler Banken weiterhin mit zahlreichen Neuemissionen zu rechnen. Investitionsmöglichkeiten gibt es also zahlreiche. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund einer angemessenen Risikostreuung von großer Bedeutung. Aufgrund der „Gefahr“ von Zinserhöhungen sollte besonderes Augenmerk auf die Laufzeit der Anleihen gelegt werden. Kurze Laufzeiten von 1 bis 3 Jahren sind klar zu bevorzugen. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Anlageklasse „Unternehmensanleihen“ trotz der guten Entwicklung im Jahr 2009 auch in der aktuellen Marktphase einen wertvollen Renditebeitrag für Stiftungsportfolien leisten kann. 

 

Quelle: Ausgabe 12 / 2009 | Seite 240 | ID 131813