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  • ·Fachbeitrag ·Berufspolitik

    Reform der Rahmenbedingungen für Therapieberufe: mehr Geld statt Schulgeld?

    von Silke Jäger, Fachjournalistin Gesundheitswesen, www.silke-jaeger.de

    | Therapeuten in Ausbildung sollen bald kein Schulgeld mehr zahlen müssen und stattdessen eine Ausbildungsvergütung bekommen. So hat es Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung im März 2018 angekündigt. Konkrete Pläne dazu soll das Bundesministerium für Gesundheit bis zum 01.09.2018 erarbeiten. |

    Sinkende Schülerzahlen

    Die prekäre Lage in den Therapieberufen wird endlich von der hohen Politik wahrgenommen ‒ so scheint es. Die Bundeskanzlerin nahm das Thema in ihre Regierungserklärung am 21.03.2018 auf und kündigte konkrete Schritte für Verbesserungen an. Das Schulgeld für Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten solle entfallen. Stattdessen sei eine Ausbildungsvergütung geplant. So will man in Berlin dafür sorgen, dass sich mehr junge Menschen für einen Therapieberuf entscheiden. Die Schülerzahlen in den Therapieberufen sinken seit Jahren. Zwischen 2005 und 2013 hat die Zahl der Physiotherapieschüler um 16 Prozent abgenommen. Damit verschärft sich der Fachkräftemangel in den nächsten Jahren noch deutlich. Vielerorts ist die Lage so prekär, dass Praxisstandorte aufgegeben werden müssen. Ein wichtiger Grund: zu wenig Geld für die erbrachte Leistung. Einen Überblick zum Thema „Fachkräftemangel“ bietet die PP-Sonderausgabe „Fachkräfte finden und binden ‒ Personalpolitik mit System“, online unter pp.iww.de, Abruf-Nr. 45280119).

    Therapeutenmangel gefährdet flächendeckende Versorgung

    Damit ist die flächendeckende Versorgung mit Physiotherapie mittlerweile gefährdet. Gerade im ländlichen Raum ist es für viele Praxisinhaber schwierig, geeignetes Personal zu finden. Das liegt nicht nur daran, dass der Nachwuchs fehlt. Gut ausgebildete Therapeuten verlassen ihren Beruf. Das ergab eine Untersuchung der Hochschule Fresenius im Herbst 2017. Demnach kehrt einer von vier Therapeuten seinem Beruf den Rücken und jeder zweite denkt darüber nach. Befragt wurden 1.000 Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten (pp.iww.de, Abruf-Nr. 44956406, Pressemitteilung zur Umfrage online unter https://www.iww.de/s1808).