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·Fachbeitrag ·Fluggastrechte

Stornierung eines Fluges kann teuer werden

| Storniert der Kunde einen Flug, hat er nur Anspruch darauf, den Flugpreis vollständig zurückzuerhalten, wenn die Maschine in der gebuchten Klasse komplett ausgebucht war. |

 

Nur in diesem Fall ist nach Ansicht des LG Köln (15.4.16, 10 S 192/15, Abruf-Nr. 190046) durch die Kündigung ein anderweitiger Erlös erzielt worden. Im konkreten Fall waren in dem Flugzeug zwar nicht die konkret gebuchten Sitze des Kunden, sehr wohl aber überhaupt noch Sitze frei. Oft besteht das Problem, dass die Auslastung kaum nachzuweisen ist. Dem Luftfahrtunternehmen wird dann allerdings eine sekundäre Darlegungslast obliegen. Geschäftsreisende sollten eine Umbuchungs- und Stornierungsfrist vereinbaren.

 

MERKE | Gemäß § 649 S. 2 BGB behält der Unternehmer trotz der Kündigung des Bestellers seinen Werklohnanspruch. Er muss sich nach § 649 S. 2 2. HS BGB jedoch das anrechnen lassen, was er aufgrund der Aufhebung des Vertrags an Aufwendungen erspart oder durch anderweitigen Erwerb erzielt oder zu erzielen böswillig unterlässt. Die Darlegungs- und Beweislast dafür liegt ungeachtet einer sekundären Darlegungslast des Unternehmers beim Kunden und Besteller.

 
Quelle: Ausgabe 12 / 2016 | Seite 202 | ID 44369452