logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

·Fachbeitrag ·Architektenvertrag

Nicht immer ist automatisch die HOAI einschlägig

| Grundsätzlich schließt jeder, der die Dienste eines Architekten in Anspruch nimmt, zumindest stillschweigend einen Architektenvertrag ab. Daher muss er damit rechnen, an den Architekten eine Vergütung zu zahlen. Besonders gilt dies, wenn die Leistung mit einem Arbeitsaufwand oder Kosten verbunden ist. Denn derartige Leistungen werden regelmäßig nicht unentgeltlich erbracht. Grundsätzlich richtet sich die Vergütung nach der HOAI. |

 

Diese Grundsätze gelten allerdings nicht uneingeschränkt, wie ein aktueller Fall des OLG Jena zeigt (8.1.14, 2 U 156/13, Abruf-Nr. 142010). Ein Architekt wird grundsätzlich ‒ wenn auch nur für eine bestimmte Zeit ‒ bereit sein, unentgeltliche „Vorleistungen“ im vertragslosen Zustand zu erbringen (Werner/Pastor, Der Bauprozess, Rn. 627, 635, 639). Es hängt von den Umständen des Einzelfalls ab, ob der Architekt werbend tätig wird, um den Auftrag zu erhalten ‒ dann handelt es sich um eine unentgeltliche Akquisitionstätigkeit ‒, oder ob er bereits auf vertraglicher Grundlage eine vergütungspflichtige Tätigkeit wahrnimmt. In Betracht kommt auch eine gesonderte Vergütung der Akquisetätigkeit, die dann nach dem OLG auch die Mindestsätze der HOAI unterschreiten kann.

 

MERKE | Es sollte daher immer ‒ schriftlich ‒ deutlich gemacht werden, ab welchem Zeitpunkt von einer vergütungspflichtigen Tätigkeit ausgegangen wird. Das vermeidet streitige Auseinandersetzungen und damit das Risiko eines weitergehenden wirtschaftlichen Verlusts.

 

 

Quelle: Ausgabe 08 / 2014 | Seite 132 | ID 42775850