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·Fachbeitrag ·Vormundschaft

Vormund für unbegleitete Flüchtlinge: Kein Vorrang für Anwälte

| Aus § 1791b Abs. 1 S. 1 BGB ergibt sich, dass primär ein ehrenamtlicher Vormund zu bestellen ist. Steht dieser nicht zur Verfügung, ist nach dem Wohl des Mündels zu entscheiden, ob ein berufsmäßig tätiger Vormund, ein Vormundschaftsverein oder ein Amtsvormund bestellt wird. Das OLG Celle hat entschieden, welche Kriterien dafür maßgeblich sind (OLG Celle 14.1.16, 12 UF 2/16, Abruf-Nr. 146333). |

 

Folgende Faktoren sind bedeutsam:

 

  • Gibt es entsprechende Fremdsprachenkenntnisse?
  • Gibt es Fachkenntnisse, die für das Mündel besonders nützlich sind (Erfahrungen mit traumatisierten Kindern; besondere Kenntnisse im Ausländer- und Asylrecht, etc.)?
  • Hat der Vormund dieselbe Religionszugehörigkeit wie das Mündel?
  • Gibt es besondere Kenntnisse darüber, vorbereitenden Deutschunterricht zu organisieren und einen angemessenen Schulbesuch anzuleiten?
  • Kann der Vormund den Kontakt zu den Eltern des Kindes herstellen?

 

MERKE | Nach Art. 8 Abs. 1 Brüssel II a-VO sind die Gerichte des Staates für die Sorgerechtsregelung international zuständig, in dem das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Dieser wird schon begründet, wenn sich aus den Umständen ergibt, dass der Aufenthalt an diesem Ort auf eine längere Zeit angelegt ist und der neue Aufenthaltsort künftig anstelle des bisherigen Daseinsmittelpunkts treten soll (BGH NJW 81, 520). Minderjährige, die zusammen mit ihren Eltern oder mit dem sorgeberechtigten Elternteil oder mit Zustimmung des oder der Sorgeberechtigten in ein anderes Land übersiedeln, erwerben mit dem Umzug am neuen Wohnort einen neuen gewöhnlichen Aufenthalt (OLG Karlsruhe NJW-RR 08, 1323).

 
Quelle: Ausgabe 03 / 2016 | Seite 37 | ID 43860198