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  • · Perspektivwechsel

    Der blinde Fleck des Anwalts: Was Mandanten über die juristische Beratung hinaus bewegt

    Bild: © ArLawKa - stock.adobe.com

    von Event-Manager, Unternehmer und Autor Sören Bauer, Hamburg, und RAin Dr. Gudrun Möller, FAin Familienrecht, BGM Anwaltssozietät, Münster

    Trennung und Scheidung sind einschneidende Erlebnisse für Ehegatten und Familien. Aufgabe des Anwalts ist, die rechtlichen und wirtschaftlichen Verflechtungen zum Wohle und im Interesse aller Beteiligten und unter Wahrung des Kindeswohls zu entflechten. Aber reicht das? Im folgenden Interview gibt uns einer der erfolgreichsten deutschen Medienmanager und Unternehmer, Sören Bauer, einen Einblick in seine Gefühlswelt und zeigt, was Mandanten über die Rechtsberatung hinaus an Unterstützung benötigen und was sie den Anwalt-Websites entnehmen.

     

    Frage von Dr. Gudrun Möller: Lieber Sören, deine Frau hat sich nach 20 Jahren Ehe von dir getrennt. Bitte schildere uns, was dich wann dazu bewegt hat, einen Anwalt zu konsultieren und wie du die richtige Anwältin für dich gefunden hast.

     

    Antwort von Sören Bauer: Zuerst war ich völlig geschockt und wusste nicht, was ich tun sollte, als meine jetzige Ex-Frau die Trennung (für mich aus dem Nichts) aussprach. Die ersten Tage war ich paralysiert und dachte, das ist ein Alptraum, aus dem ich doch aufwachen muss. Ich habe mich nicht getraut, mit irgendjemandem zu sprechen. Denn ich glaubte, solange ich mit niemanden spreche, ist es nicht wahr. Trotzdem sind mir tausend Gedanken durch den Kopf gegangen: Wie geht mein Leben nun weiter? Was ist mit meinen Kindern? Wie soll es im Unternehmen weitergehen? Da meine jetzige Ex-Frau auch direkt sagte, dass ich ausziehen solle, fragte ich mich: Wie soll ich das alles schaffen? Ich war überfordert und hatte – gefühlt – keinen Menschen, dem ich Vertrauen konnte und mit dem ich hätte sprechen können. Auf meine Frage, warum ich ausziehen soll, meinte sie, dass es doch egal sei, ob ich in dieser Wohnung für sie die Miete zahle oder in einer neuen Wohnung. Ich fragte mich, ob ich nun wirklich alle Kosten tragen muss.