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 ·  NNH-DiagnostikCRS: Odontogene Ursachen werden oft übersehen

| Offenbar werden bei der Diagnose einer chronischen Rhinosinusitis (CRS) häufig odontogene Ursachen übersehen. Forscher der Universität Helsinki empfehlen daher eine engere Zusammenarbeit zwischen Arzt und Zahnarzt. |

CRS: Odontogene Ursachen werden oft übersehen
( Bild:  ©jarun011 - stock.adobe.com )

 

Die Auswertung von 374 Patientenakten zeigte, dass nur 10 % der konsultierten HNO-Ärzte einen odontogenen Ursprung als Ursache der CRS vermuteten. Bei 74 % wurden Zähne als Ursache in den Akten nicht genannt. Von den 267 radiologischen Berichten fanden sich bei rund einem Viertel keine Hinweise auf eine mögliche Beteiligung der Oberkieferzähne. In fast der Hälfte der Fälle, in denen bereits eine Pathologie der Oberkieferzähne vorlag, blieb diese Erkenntnis jedoch unberücksichtigt. Einseitige Symptome zeigten sich mit einer apikalen Parodontitis assoziiert, und von den 88 verfügbaren mikrobiellen Proben ließen sich in 17 % Staphylococcus aureus nachweisen. Die Autoren empfehlen eine enge Kooperation zwischen HNO-Ärzten und Zahnärzten. Neben mikrobiellen Tests sollten eine zahnärztliche Anamnese, der Zahnstatus und eine sorgfältige Röntgenbefundung routinemäßig in die Diagnostik einfließen.

 

Quelle

  • Annina Wuokko-Landén, Karin Blomgren, Anni Suomalainen, Hannamari Välimaa: Odontogenic causes complicating the chronic rhinosinusitis diagnosis. Clinical Oral Investigations 2021, 25: 947‒955, doi.org/10.1007/s00784-020-03384-4