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 ·  KariesprophylaXeInitialläsionen: Kombination von Peptid P11-4 und Fluorid stärkt den Zahnschmelz

| Die Kombination des Peptids P11-4 und Fluorid hat offenbar ein starkes remineralisierendes Potenzial. Das fanden Forscher der Philipps-Universität Marburg und des Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS) heraus. [1] Gerade bei Initialläsionen um festsitzende kieferorthopädische Apparaturen kann diese Kombination helfen. |

Initialläsionen: Kombination von Peptid P11-4 und Fluorid stärkt den Zahnschmelz
( Bild:  ©Сергей Кучугурный - stock.adobe.com )

P11-4 bildet Gerüst für Schmelzmatrixproteine

In jüngster Zeit sind einige Studien über neue biomimetische Remineralisierungssysteme erschienen (Alkilzy et al. 2018, Philip 2019, Doberdoli, D. et al. 2020), namentlich über das selbstorganisierende Peptid P11-4. Biomimetisch deshalb, weil dieses Peptid innerhalb des Läsionskörpers einer initialen Karies unterhalb der noch intakten Schmelzoberfläche eine dreidimensionale Matrix bildet und so Schmelzmatrixproteine nachahmt. Diese P11-4-Matrix hat eine hohe Affinität zu Kalziumionen, die als Kristallisationskeim für neue Hydroxylapatit-Kristalle dienen.

Marburger Arbeitsgruppe remineralisiert White Spots

Die Wirksamkeit von P11-4 bei der Remineralisierung früher Schmelzläsionen wurde unter Verwendung verschiedener Nachweismethoden wie Laserfluoreszenz (DIAGNOdent) (Jablonski-Momeni und Heinzel-Gutenbrunner 2014) oder Impedanzmessungen (Welk et al. 2020) bereits gezeigt. Marburger Forscher wollten mit ihrer In-vitro-Studie [2], die Wirkung von P11-4 bei der Remineralisierung künstlicher Läsionen neben kieferorthopädischen Brackets mit QLF (quantitative lichtinduzierte Fluoreszenz) untersuchen. Die Läsionen waren 7 und 30 Tage zuvor demineralisiert worden. Die Fluoreszenzstrahlung nimmt in einer kariösen Läsion ab. So kann eine Demineralisierung objektiv nachgewiesen werden.