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 ·  CME-Beitrag: InfektionsschutzKönnen Plexiglasscheiben wirklich das Infektionsgeschehen reduzieren?

| Die Erkältungszeit ist auf dem Vormarsch und vielleicht erscheinen Patienten trotz Erkältungssymptomen in der Praxis. Niemand kann wissen, ob es sich um einen harmlosen Schnupfen oder COVID-19 handelt. Stellen dann die aufgestellten Abschirmungen aus Plexiglas einen geeigneten Schutz für Praxispersonal und andere Patienten dar? Eine britische Arbeitsgruppe fasste die derzeitigen Erkenntnisse zum Nutzen von Abschirmungen und Barrieren zusammen. |

Können Plexiglasscheiben wirklich das Infektionsgeschehen reduzieren?
( Bild:  ©Andreas Prott - stock.adobe.com )

Virenexposition bei 1 m Abstand bis zu zehn Mal höher als bei einem Abstand von 2 m

Derzeit geht man von drei Übertragungsrichtungen aus: Die Krankheitserreger können durch die Luft, via Oberflächenkontamination und direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Daher ist es entscheidend für die Aerosolübertragung, wie nah man sich kommt. So belegten Wissenschaftler, dass das Risiko einer Exposition von Viren bei einem Abstand von 1 m zur nächsten Person etwa zwei bis zehn Mal höher ist als bei einem Abstand von 2 m. Auf kurze Distanz erreichen kleine wie große Aerosole den Gegenüber. Liegen zwei Meter dazwischen, kommen nur kleine Aerosole an, die sich zudem stark in der umgebenden Luft verteilen. Aus diesem Blickwinkel können Abschirmungen für den Nahbereich sinnvoll sein.

 

Das bestätigte auch eine andere Studie innerhalb der Metaanalyse. Dabei konnte hier ein direkter Nutzen einer Abschirmung bei einer Entfernung von 2 m oder einer nicht direkt von Angesicht zu Angesicht stattfindenden Kommunikation nicht belegt werden. Eindeutig scheint zu sein, dass die Oberflächenkontamination durch eine Barriere wie eine Plexiglasscheibe eingeschränkt werden kann: Wenn jemand niest, trifft er vor allem die Scheibe.