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 ·  WettbewerbsrechtEigenes Praxislabor: Kalkulatorischer Gewinnanteil für Zahnarzt ist zulässig

Autor:  von RA Tim Hesse, Kanzlei am Ärztehaus, kanzlei-am-aerztehaus.de

| Ein kalkulatorischer Gewinnanteil für zahntechnische Leistungen eines vom Zahnarzt selbst betriebenen Praxislabors wird durch § 9 GOZ nicht ausgeschlossen. So hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt in einem Urteil vom 17.03.2022 entschieden (Az. 6 U 51/21). |

Eigenes Praxislabor: Kalkulatorischer Gewinnanteil für Zahnarzt ist zulässig
( Bild:  ©magele-picture - stock.adobe.com )

 

Der Fall

Einer der führenden Hersteller von Dentalartikeln und -geräten vertreibt ein CAD/CAM-gestütztes System mit dem Namen „CEREC“, das u. a. von Zahnärztinnen und -ärzten für die Restauration von Zahndefekten angewendet werden kann. Das System umfasst eine Oralkamera, einen PC und eine CNC-Fräsmaschine. Es stellt eine Alternative zur herkömmlichen Zahnersatz-Herstellung in einem externen Dentallabor dar. Der Zahnersatz kann direkt in der Praxis nach zuvor erfolgter digitaler Erfassung des Kiefers und des präparierten Bereichs hergestellt und eingesetzt werden. Das System wird durch zwei Informationsbroschüren des Herstellers („Abrechnungs-Spicker für CEREC-Restaurationen“ und „Arbeitspapier für Steuerberater zwecks Investitionsplanung“) beworben, die im Internet zum freien Download angeboten werden. Darin sind Informationen und Berechnungsweisen zur Amortisation des Systems enthalten, die von einer Gewinnmarge für den Zahnarzt ausgehen.