Suchen

 ·  SteuerstrafrechtUnvollständige Information des Steuerberaters kann als Steuerhinterziehung gewertet werden

Autor:  von Oberstaatsanwalt Raimund Weyand, St. Ingbert

| Wer seinen Steuerberater nur unvollständig mit steuerlich relevanten Informationen versorgt, muss u. U. mit einer Bestrafung wegen bedingt vorsätzlich begangener Steuerhinterziehung rechnen. Dies hat das Landgericht (LG) Osnabrück hervorgehoben ( Urteil vom 04.03.2021, Az. 14 Ns 3/21 ). |

Unvollständige Information des Steuerberaters kann als Steuerhinterziehung gewertet werden
( Bild:  ©MQ-Illustrations - stock.adobe.com )

 

Sachverhalt

Ein Zahnarzt hatte seinem Steuerberater für mehrere Jahre nur lückenhafte Unterlagen über die von ihm erzielten Betriebseinnahmen übergeben. Die Jahreserklärungen waren entsprechend falsch. Obwohl der Zahnarzt die Nachsteuern (circa 34.000 Euro) umgehend zahlte, wurde er vom zuständigen Amtsgericht wegen Steuerhinterziehung (§ 370 Abgabenordnung [AO]) zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 130 Euro (9.100 Euro) verurteilt. Seine Berufung wies das LG jetzt zurück.