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 ·  COVID-19Impfmüdigkeit der zahnärztlichen MitarbeiterInnen in Sachsen wird zum Problem

| Beim Impf-Fortschritt nach Bundesland ist Sachsen laut RKI Schlusslicht: nur 61,5 % der Sachsen sind (Stand: 13.01.2021) vollständig geimpft ( impfdashboard.de ); zum Vergleich: beim Spitzenreiter Bremen sind es 84,7 %. Diese Impfmüdigkeit zeigt sich leider auch bei den nicht zahnärztlichen Mitarbeiterinnen der Praxen im Freistaat, wie eine Umfrage der Landeszahnärztekammer (LZK) Sachsen zeigt. |

 

Die aktuelle Umfrage der LZK Sachsen hat die folgende Erkenntnis gebracht:

Von 2.570 Zahnarztpraxen in Sachsen haben bis dato 487 an der Umfrage teilgenommen. Von den an der Umfrage Teilnehmenden sind demnach ca. 75 % der Zahnärzteschaft, aber nur rund 60 % der zahnärztlichen Mitarbeiter geimpft. Liegen die Berufsträger also im Schnitt der Gesamtbevölkerung in Deutschland, reihen sich die zahnärztlichen Assistenzberufe in Sachsen am Ende der Schlange ein.

 

LZK und KZVS (Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen) befürchten, „dass eine alleinige Impfpflicht der Gesundheitsberufe zu einer irreversiblen Abwanderung von ungeimpftem Personal aus den Praxen bis hin zu Praxisschließungen führen wird. Die Impfpflicht führt nach den Rückmeldungen, die LZK und KZVS aus der Zahnärzteschaft erhalten, in der Regel nicht dazu, sich umgehend impfen zu lassen, sondern eher dazu, den Beruf zu wechseln bzw. die Praxen zu schließen. Die Frage: „Bei der Umsetzung der gesetzlich verankerten Impfpflicht ab 16.03.2022 rechne ich mit:

  • einer Kündigung von Mitarbeitern oder
  • einer deutlich eingeschränkten Tätigkeit“

haben jeweils mehr als die Hälfte der Teilnehmer bejaht.

 

Eine vorzeitige Praxisschließung mangels Personals geben 42 % und eine Praxisschließung durch ungeimpfte Praxisinhaber geben 26 % der Teilnehmer, in Summe 273 Praxen an. Neben Praxisschließungen und dem Arbeitsplatzverlust zahlreicher Praxismitarbeiter steht dann auch die Frage der Sicherstellung der zahnärztlichen Versorgung der sächsischen Bevölkerung im Raum, die besonders im ländlichen Raum von den Folgen getroffen würde.

Quelle: ID 47924679