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 ·  LeserforumIst Implantatmaterial nach Abbruch einer Behandlung berechenbar?

| FRAGE: Ein implantologischer Eingriff bei unserem Privatpatienten musste abgebrochen werden, da nach erfolgter Periostschlitzung ersichtlich war, dass Platz und Stabilität nicht ausreichend sein würden. Wir möchten dem Patienten kein Honorar in Rechnung stellen, aber die angefallenen Materialkosten wie das bereits aus der Sterilampulle herausgenommene, aber nicht inserierte Implantat und einen Spezialbohrer. Wie gehe ich abrechnungstechnisch am besten vor, damit der Patient diese Materialansprüche bei seiner Privatversicherung geltend machen kann?“ |

Ist Implantatmaterial nach Abbruch einer Behandlung berechenbar?
( Bild:  ©MQ-Illustrations - stock.adobe.com )

 

Antwort: Jeder Implantatpatient sollte vor dem chirurgischen Eingriff eine OP-Einverständniserklärung unterzeichnet haben. In der Medizin kann keine Garantie auf einen OP-Erfolg zugesagt werden. Wurde die sterile Verpackung vom Implantat bereits geöffnet, weil die Implantatinsertion kurz bevorstand, aber dann nicht erbracht werden konnte, ist das Material nach § 4 Abs. 3 als Einmalartikel berechenbar, da es nicht resterilisiert werden darf. Das gilt auch für den Implantatbohrer, wenn es sich um einen Einmalbohrer handelt und dieser zum Einsatz kam oder gleichfalls der Sterilverpackung bereits entnommen wurde.

 

Der Rechnung über das verbrauchte Material sollte ein kurzes Begleitschreiben beigefügt werden, in dem die Gründe für den Implantationsabbruch geschildert sind. Liegen nur zweidimensionale Röntgenunterlagen vor, ist oftmals erst im OP-Situ der reale Befund erkennbar.