Suchen

 ·  KassenabrechnungSchwere Niereninsuffizienz als Indikation für Austausch der Amalgamfüllungen ‒ wie ist das genau definiert?

| FRAGE: Die BEMA-Nrn. 13e‒13h können u. a. abgerechnet werden, wenn wegen ‚schwerer Niereninsuffizienz‘ die Amalgamfüllungen im Seitenzahnbereich durch Kompositfüllungen ausgetauscht werden müssen. Wie ist eine schwere Niereninsuffizienz aber genau definiert? Liegt diese schon vor, wenn der Patient eingeschränkte Nierenfunktion hat? Und wenn der Patient nur noch eine Niere hat, die aber gut funktioniert? Ist das irgendwo genau definiert?“ |

Schwere Niereninsuffizienz als Indikation für Austausch der Amalgamfüllungen ‒ wie ist das genau definiert?
( Bild:  ©Spectral-Design - stock.adobe.com )

 

Antwort: Die Abrechnungsbestimmung zu den BEMA-Nrn. 13a bis 13h zu dieser Problematik lautet: „Amalgamfüllungen sind absolut kontraindiziert, ... wenn bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz neue Füllungen gelegt werden müssen.“ Eine absolute Kontraindikation besteht somit bei Patienten, die an einer schweren Funktionsstörung einer oder beider Nieren leiden.

 

Über diese Kontraindikation wird nicht der Zahnarzt entscheiden. Hierbei kommt es in der Regel zu einer Zusammenarbeit des Zahnarztes mit einem auf dem Gebiet der Nierenerkrankungen spezialisierten Facharzt. Die Fachärzte für Nephrologie teilen die chronische Niereninsuffizienz in fünf Stadien ein. Die Einteilung erfolgt nach einem bestimmten Laborwert. Die Therapie der Niereninsuffizienz richtet sich nach dem Grad des Nieren-Funktionsausfalls und nach der auslösenden Krankheitsursache.

 

Wenn der Facharzt die Notwendigkeit feststellt, im Rahmen seiner Therapie vorhandene Amalgamfüllungen gegen Nicht-Amalgamfüllungen auszutauschen, wird er dies seinem Patienten mitteilen. Er wird die Problematik in einem Konsilium mit dem Zahnarzt erörtern oder in einem Arztbrief darstellen.

 

PRAXISTIPP | Ganz besonders wichtig ist hier die zahnärztliche Dokumentation (Konsil-Notiz oder ärztliches Zeugnis). Damit ist die rechtfertigende Indikation einer Kompositfüllung im Seitenzahnbereich dokumentiert, die korrekt nach den BEMA-Nrn. 13e-h abgerechnet wurde.