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 ·  BG/UV-AbrechnungKönnen einem UV-Patienten Mehraufwendungen nach GOZ in Rechnung gestellt werden?

| Werden Versicherte aufgrund eines Unfalls in der Zahnarztpraxis behandelt, so wird über den Unfallversicherungsträger nach dem „Gebührenverzeichnis Versorgung der Unfallverletzten und Berufserkrankten mit Zahnersatz und Zahnkronen“ ‒ kurz BU ‒ abgerechnet. Die Gebühren sind allerdings niedriger als in der GOZ. Regelmäßig stellt sich daher die Frage, unter welchen Umständen dem Patienten Mehrkosten im Zusammenhang mit Zahnersatz in Rechnung gestellt werden können. |

 

Extraktion und spätere Implantation ‒ was ist abrechenbar?

So fragte jüngst ein AAZ-Leser, ob in dem folgenden Fall Mehraufwendungen in Rechnung gestellt werden können: In der Praxis musste einer Patientin als Folge eines Unfalls Zahn 21 extrahiert werden. Die Berufsgenossenschaft (BG) hatte die Implantation voll bezahlt. Die Praxis hatte dann noch einen HKP nach GOZ an die BG gestellt. Diese wandelte jedoch die Gebührennummern jedoch auf Ziffern aus dem BU-Katalog um. Nun würde die Praxis der Patientin gern Mehraufwendungen in Rechnung stellen.

 

Mehraufwendungen nicht berechenbar

Das ist allerdings nicht möglich: Die BU-Nrn. 4a-c umfassen auch Kronen auf Implantaten. Insofern ist eine Abrechnung nach den entsprechenden Gebührenpositionen der GOZ mit der BG ausgeschlossen. Auch ist eine Mehrkostenabrechnung für diese zahnärztliche Leistung nicht möglich. Der Grund: Ist eine zahnärztliche Behandlung vom Unfallversicherungsträger zu gewähren, muss das Abkommen über die Durchführung der zahnärztlichen Versorgung von Unfallverletzten und Berufserkrankten angewandt werden. Die zahnärztliche Vergütung erfolgt auf der Grundlage des BEMA.

 

Die prothetische Behandlung wird nach dem als Anlage 4 zum Abkommen beigefügten Gebührenverzeichnis vergütet. Hierzu hat die KZBV folgende Auffassung: „Die in dem Gebührenverzeichnis Zahnersatz und Zahnkronen unter Ziffern 4 und 10 definierten prothetischen Leistungen (Brücken und Kronen) erfassen auch vollverblendete Brücken und Kronen, Vollkeramikkronen und auch alle Brücken und Kronen auf Implantaten, sodass insofern eine Abrechnung nach den entsprechenden Gebührenpositionen der GOZ mit dem Unfallversicherungsträger ausgeschlossen ist. Eine Mehrkostenabrechnung für diese zahnärztlichen Leistungen mit dem Patienten ist ebenfalls nicht möglich. ...“

 

PRAXISHINWEIS | Das Abkommen enthält aber auch eine Regelung für den Fall, dass sich besondere Schwierigkeiten in der Durchführung der prothetischen Versorgung ergeben und daher beim Honorar von der Gebührenregelung abgewichen werden muss. Dann ist zwischen dem zuständigen Unfallversicherungsträger und dem Zahnarzt eine Honorarabsprache zu treffen ‒ allerdings vor Einleitung der Behandlung. Das gilt auch für das zahnärztliche Honorar bei den Leistungen, die zur Heilbehandlung gehören, aber nicht Bestandteil der Gebührenregelungen sind, z. B. für Implantate und Suprakonstruktionen.