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 ·  AnästhesienFüllungstherapie in Vollnarkose beim Zahnarzt ‒ bezahlt das die gesetzliche Krankenkasse?

| FRAGE : „Ein Patient, volljährig, nicht behindert, möchte bei sich die Füllungstherapie in Narkose durchführen lassen. Wird dann die komplette Behandlung privat? Rein privat oder Füllung nur mit Mehrkosten?“ |

Füllungstherapie in Vollnarkose beim Zahnarzt ‒ bezahlt das die gesetzliche Krankenkasse?
( Bild:  ©buyanskyy.com Buyanskyy Dmytro - adobe.stock.com )

 

Antwort: Ist eine Vollnarkose wie hier medizinisch nicht notwendig und wird sie dennoch vom Patienten gewünscht, gibt es die Möglichkeit, die Vollnarkose als Privatleistung durchführen zu lassen. Die Füllungstherapie bleibt auch in diesem Falle eine Kassenleistung. Dann wird die zahnärztliche Behandlung über die KZV, die Narkose durch den Anästhesisten als Privatleistung abgerechnet. Die Berechnung der Narkose erfolgt durch den Anästhesisten, da der Zugriff auf den GOÄ-Teil „Narkose“ für Zahnärzte ausgeschlossen ist.

 

Laut der KZBV-Patienteninformation „Vollnarkose beim Zahnarzt ‒ Wann bezahlt die Krankenkasse?“ trägt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für eine Vollnarkose nur dann, wenn sie medizinisch notwendig ist, also eine einfachere Form der Schmerzausschaltung nicht möglich ist. Bei folgendem Personenkreis wird die Notwendigkeit anerkannt:

 

  • Personenkreise mit medizinischer Notwendigkeit für Vollnarkose
  • Kinder unter 12 Jahren, die nicht mit dem Zahnarzt zusammenarbeiten und deshalb unter örtlicher Betäubung nicht behandelt werden können
  • Patienten, die wegen mangelnder Kooperation bei geistiger Behinderung oder schweren Bewegungsstörungen eine Vollnarkose brauchen
  • Patienten, bei denen aufgrund einer diagnostizierten Zahnbehandlungsphobie eine zeitnah notwendige zahnärztliche Behandlung nicht unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann; die Diagnose „Zahnbehandlungsphobie“ stellt ausschließlich der Facharzt (z. B. Psychotherapeut oder Psychiater) oder der sonst zur Feststellung der Diagnose berechtigte Arzt (mit einschlägiger Zusatzausbildung)
  • Patienten, bei denen Beruhigungsmittel oder örtliche Betäubungsmittel wegen einer organischen Erkrankung oder Allergie nicht eingesetzt werden dürfen
  • Patienten, denen ein größerer chirurgischer Eingriff bevorsteht, der nicht unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann.