logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

·Fachbeitrag ·Zinsen

Betriebsausgabenabzug: Ist die Zinsschranke verfassungswidrig?

| Der Bundesfinanzhof (BFH) hat dem Bundesverfassungsgericht die Frage vorgelegt, ob die Abzugsbeschränkung für Zinsaufwendungen (Zinsschranke) verfassungswidrig ist (BFH, Beschluss vom 14.10.2015, Az. I R 20/15, Abruf-Nr. 183681). |

 

Hintergrund | Betrieblich veranlasste Zinsaufwendungen sind grundsätzlich als Betriebsausgaben abziehbar. Durch die Zinsschranke kommt es aber zu einer Abzugsbeschränkung. Danach sind Zinsaufwendungen abziehbar in Höhe des Zinsertrags, darüber hinaus nur bis zur Höhe des verrechenbaren EBITDA (Earnings Before Interests, Taxes, Depreciation and Amortization - auf Deutsch „Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachwerte und Goodwill“). Der nichtabziehbare Aufwand ist regelmäßig in die folgenden Wirtschaftsjahre vorzutragen. Unter gewissen Voraussetzungen ist die Zinsschranke jedoch nicht anzuwenden. Beispielsweise besteht eine Freigrenze (negativer Zinssaldo ist kleiner als drei Mio. Euro), die vor allem kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommt.

 

Nach Ansicht des BFH verletzt die Zinsschranke das Gebot der folgerichtigen Ausgestaltung des Ertragsteuerrechts nach Maßgabe der finanziellen Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen. Sie missachtet das objektive Nettoprinzip, da der Besteuerung nicht mehr das Nettoeinkommen zugrunde gelegt wird.

 

Weiterführender Hinweis

Quelle: Ausgabe 05 / 2016 | Seite 2 | ID 43989292