logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

·Fachbeitrag ·Vermietung

Verbilligte Vermietung: Vergleichsmaßstab ist die Bruttomiete

| Unter ortsüblicher Miete für Wohnungen vergleichbarer Art, Lage und Ausstattung ist die ortsübliche Bruttomiete - d. h. die Kaltmiete zuzüglich der nach der Betriebskostenverordnung (BetrKV) umlagefähigen Kosten - zu verstehen (Bundesfinanzhof [BFH], Urteil vom 10.05.2016, Az. IX R 44/15, Abruf-Nr. 188537). |

 

Hintergrund | Die Vermietung gilt nach § 21 Abs. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) bereits dann als vollentgeltlich, wenn die Miete mindestens 66 Prozent des ortsüblichen Niveaus beträgt. In diesen Fällen erhalten Vermieter den vollen Werbungskostenabzug. Liegt die Miete darunter, sind die Kosten aufzuteilen. § 21 Abs. 2 EStG gilt jedoch nur bei der verbilligten Vermietung zu Wohnzwecken. Erfolgt die Überlassung z. B. zu gewerblichen Zwecken, ist bei Vermietung unterhalb der ortsüblich erzielbaren Miete auch nur ein entsprechend anteiliger Werbungskostenabzug möglich.

 

Mit der vorliegenden Entscheidung hat der BFH der Ansicht der Vorinstanz, wonach auf die Kaltmiete abzustellen ist, eine Absage erteilt. Das Finanzgericht Düsseldorf muss nun Feststellungen zur ortsüblichen Miete nachholen. Dazu hat es die ortsübliche Kaltmiete für Wohnungen vergleichbarer Art, Lage und Ausstattung unter Einbeziehung der Spannen des örtlichen Mietspiegels zuzüglich der nach der BetrKV umlagefähigen Kosten festzustellen.

 

PRAXISHINWEIS | Enthält der ortsübliche Mietspiegel Rahmenwerte, ist jeder der Werte als ortsüblich anzusehen, der innerhalb der vorgesehenen Spanne liegt - es ist also kein Durchschnittswert zu bilden (Oberfinanzdirektion Frankfurt, Verfügung vom 22.01.2015, Az. S 2253 A - 85 - St 227, Abruf-Nr. 143888).

 
Quelle: Ausgabe 11 / 2016 | Seite 2 | ID 44323390