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·Fachbeitrag ·Schuldzinsenabzug

Lebensversicherung muss nicht vorzeitig verwertet werden

| Schuldzinsen, die nach der Veräußerung einer zuvor vermieteten Immobilie gezahlt werden, können weiter als (nachträgliche) Werbungskosten abgezogen werden, wenn und soweit die Verbindlichkeiten nicht durch den Veräußerungserlös getilgt werden können. Wurde bei der Finanzierung eine Lebensversicherung zur Sicherheit an die Bank abgetreten, muss deren Rückkaufswert jedoch nicht zur Schuldentilgung eingesetzt werden (Bundesfinanzhof [BFH], Urteil vom 16.9.2015, Az. IX R 40/14, Abruf-Nr. 182816). |

 

Zum Veräußerungserlös zählt grundsätzlich auch eine vereinnahmte Versicherungssumme aus einer Kapitallebensversicherung, wenn diese in die Finanzierung der Anschaffungskosten der Immobilie einbezogen und damit wesentlicher Bestandteil der Darlehensvereinbarung geworden ist. Endet der Versicherungsvertrag im Zeitpunkt der Veräußerung - regulär durch Zeitablauf oder durch (vorzeitige) Kündigung -, muss der Steuerpflichtige die Versicherungsleistung auch zur Ablösung des Darlehens verwenden. Aber: Der Grundsatz des Vorrangs der Schuldentilgung verpflichtet den Steuerpflichtigen nicht, die Beendigung des Versicherungsvertrags von sich aus herbeizuführen, wenn die Versicherung weiterhin die Rückführung des Darlehensrestbetrags absichert.

 

Anmerkung: Hier hat der BFH Weitblick bewiesen. Denn die vorzeitige Kündigung einer Kapitallebensversicherung kann mit zum Teil erheblichen Verlusten verbunden sein.

Quelle: Ausgabe 03 / 2016 | Seite 2 | ID 43865358