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22.01.2008 | Kfz-Kosten

Pkw-Leasing ist nach wie vor attraktiv

Auch bei Apothekern setzt sich das Leasen von Firmenwagen immer mehr gegenüber dem Kauf durch. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Kreditlinien bei der Bank werden entlastet und die ersparte Liquidität steht für dringende Anschaffungen zur Verfügung. Die Frage, ob Leasing oder Kauf mit Kredit auch in Ihrem konkreten Fall günstiger ist, können wir nicht beantworten, weil zu viele Kriterien Ihre Entscheidung beeinflussen können (zum Beispiel vorhandenes Kapital, Höhe der Kreditzinsen usw.). Sollten Sie sich aber für das Leasing entscheiden, sollten Sie die wichtigsten steuerlichen Regeln kennen. 

So funktioniert das Leasing-Modell steuerlich

Leasen Sie einen Pkw, zahlen Sie neben den monatlichen Leasing-raten häufig bei Vertragsbeginn noch eine Sonderzahlung, die aber letztlich zu einer Verringerung Ihrer Monatsraten führt. Die Leasingraten gehören zu den laufenden Betriebsausgaben der Apotheke. Die Leasing-Sonderzahlung können Sie dagegen nur auf die Laufzeit des Leasingvertrages gewinnmindernd verteilen.  

 

Da Sie im Regelfall nicht wirtschaftlicher Eigentümer des geleasten Pkw werden, dürfen Sie diesen auch nicht in der Bilanz ausweisen.  

 

Die Privatfahrten mit dem geleasten Betriebs-Pkw können Sie nach der Ein-Prozent-Regelung oder nach der Fahrtenbuch-Methode ansetzen (dazu „Apotheker Berater“ Ki Nr. 3/2005 S. 2; Nr. 3/2006, S. 11 ff.; Nr. 10/2006, S. 17 f., Ki Nr. 11/2006, S. 1). 

Wann liegt Pkw-Leasing vor ?

Für die steuerrechtliche Beurteilung von Leasingverträgen ist entscheidend, wer nach der Vertragsgestaltung wirtschaftlicher Eigentümer des Pkw ist. Danach richtet sich, ob der Leasingvertrag wie ein Mietvertrag oder wie ein verdeckter Ratenkaufvertrag zu behandeln ist („Apotheker Berater“ Nr. 9/2005, S. 18 ff.; Nr. 10/2005, S. 13 ff.).  

 

Echtes Leasing

Bei dem echten Leasingvertrag mieten Sie einen Pkw auf Zeit mit der Option, ihn nach Ablauf der Mietzeit zu einem vorher vereinbarten Betrag oder zum aktuellen Zeitwert zu erwerben. Sie müssen also den geleasten Pkw nach Ablauf des Vertrags nicht zwingend erwerben. Sie können auch einen neuen Leasingvertrag über einen anderen Pkw abschließen.  

 

Ihre Leasingraten stellen in diesem Fall laufende Betriebsausgaben dar und der spätere Kaufpreis ist entsprechend der voraussichtlichen Restnutzungsdauer des Pkw abzuschreiben. Bei einem echten Leasingvertrag dürfen die gezahlten Leasingraten nicht auf den vereinbarten späteren Kaufpreis angerechnet werden.  

 

Unechtes Leasing (Kauf auf Raten)

Der unechte Leasingvertrag ist ein Ratenkaufvertrag. Hier gilt der Vertrag von Anfang an als Kaufvertrag und die Leasingzahlungen sind Kaufpreisraten. Als Betriebsausgaben können Sie nur die jährlichen Beträge für die Absetzung für Abnutzung (AfA) berücksichtigen. Nach der amtlichen AfA-Tabelle wird hierbei eine sechsjährige Nutzungsdauer unterstellt. Die in den Kaufpreisraten enthaltenen Zinsen sind Betriebsausgaben der Apotheke. 

 

Praxistipp: Nach Auffassung der Finanzverwaltung liegt ein verdeckter Ratenkauf vor, wenn die Grundmietzeit weniger als 40 Prozent oder mehr als 90 Prozent der unterstellten sechsjährigen Nutzungsdauer eines Pkw beträgt. Bei einer Grundmietzeit zwischen 40 und 90 Prozent der sechsjährigen Nutzungsdauer geht das Finanzamt nur von einem unechten Leasingvertrag aus, wenn der vereinbarte rechtliche Kaufpreis niedriger als der steuerliche Buchwert ist. Da die amtliche Abschreibungstabelle für einen Pkw eine Nutzungsdauer von sechs Jahren unterstellt, kann der Kaufpreis auch nach einer dreijährigen Leasingzeit 50 Prozent des Neuwerts betragen. 

Qual der Wahl: Restwert- oder Kilometerleasing ?

Leasingverträge sind – von wenigen Ausnahmen abgesehen – so gestaltet, dass sie als sogenannte echte Leasingverträge anzusehen sind. Beim echten Pkw-Leasing wird zwischen zwei Haupttypen unterschieden:  

 

  • Beim klassischen Restwertleasing muss bereits zu Beginn der Mietzeit festgelegt werden, welchen Wert der Pkw nach Ablauf der meistens dreijährigen Laufzeit haben wird. Die monatliche Leasingrate ist dann umso niedriger, je höher der kalkulierte Restwert ist. Weicht der tatsächliche Wert vom vereinbarten Restwert ab, müssen Sie den Minderwert nachzahlen. An einem Mehrbetrag sind Sie häufig nur zu 75 Prozent beteiligt. Am Ende der Laufzeit eines Leasingvertrages entstehen oft Streitigkeiten über den Übergabewert des Pkw, wie Sie sich leicht vorstellen können.

 

  • Um solche Uneinigkeiten von vornherein zu vermeiden, verzeichnet zurzeit das Kilometerleasing die größten Zuwachsraten. Bei dieser Gestaltung dürfen Sie als Leasingnehmer den Pkw während der Vertragsdauer für die vereinbarten Kilometer nutzen. Fahren Sie mehr, müssen Sie die Mehrkilometer zusätzlich bezahlen. Fahren Sie weniger als vereinbart, bekommen Sie die Differenz erstattet – häufig allerdings zu einem geringeren Satz.

 

Praxistipp: Steuerlich können Sie Ihre monatlichen Leasingraten bei beiden Vertragsvarianten als Betriebsausgaben absetzen. Eventuelle Nachzahlungen sind sowohl beim Restwertleasing als auch beim Kilometerleasing ebenfalls Betriebsausgaben.  

Vertiefung: Leasing-Sonderzahlungen werden auf die Laufzeit verteilt

Die beim Pkw-Leasing regelmäßig vereinbarten Sonderzahlungen, die Sie bei Beginn des Vertrages zahlen, müssen durch einen aktiven Rechnungsabgrenzungsposten auf die Laufzeit des Leasingvertrages verteilt werden. Die Sonderzahlung wird deshalb im Ergebnis gleichmäßig während der Dauer des Leasingvertrages als Betriebsausgabe berücksichtigt.  

 

Beispiel

Apotheker A hat zum 1. April 2007 einen Pkw mit einem Netto-Listenpreis von 20.500 Euro für drei Jahre geleast. Es ist eine jährliche Fahrleistung von 15.000 km und insgesamt von 45.000 km vereinbart. Neben einer Sonderzahlung im April 2007 in Höhe von netto 4.100 Euro muss er monatlich eine Leasingrate von netto 310 Euro bis März 2010 zahlen. A wird den geleasten Pkw voraussichtlich zu etwa 60 Prozent für berufliche Fahrten einsetzen. Wie ist die Leasing-Sonderzahlung steuerlich zu behandeln? 

 

Lösung 

Die Leasing-Sonderzahlung muss A auf die Zeit vom 1. April 2007 bis zum 31. März 2010 verteilen. Als Betriebsausgaben und Vorsteuern kann er aus dem Leasingvertrag berücksichtigen: 

 

Steuerlich absetzbare Leistungen 

alle Angaben in Euro 

2007 

2008 

2009 

2010 

2007-2010 

Leasingraten 

(9)* 2.790 

(12) 3.720 

(12) 3.720 

(3) 930 

(36) 11.160 

Leasing-Sonderzahlung 

(9/36) 1.022 

(12/36) 1.368 

(12/36) 1.368 

(3/36) 342 

(36/36) 4.100 

Betriebsausgaben 

3.812 

5.088 

5.088 

1.272 

15.260 

 

 

 

 

 

 

Vorsteuern aus: 

 

 

 

 

 

- Leasingraten 

530,10 

706,80 

706,80 

176,70 

2.120,40 

- Sonderzahlung 

779,00 

– 

– 

– 

779,00 

zusammen 

1.309,10 

706,80 

706,80 

176,70 

2.899,40 

*Die Angaben in Klammern sind die berücksichtigten Monate eines Jahres. 

Zur Vertiefung: Besteuerung des privaten Anteils an den Autokosten

Wird der geleaste Pkw von Ihnen zu mehr als 50 Prozent für berufliche Fahrten einschließlich der Fahrten von der Wohnung zur Apotheke genutzt, müssen Sie den privaten Anteil nach der Ein-Prozent-Regelung ermitteln.  

 

Praxistipp: Die betriebliche Nutzung von mehr als 50 Prozent müssen Sie dem Finanzamt gegenüber nachweisen. Das allerdings kann auch in einfachster Form erfolgen, etwa in einem Terminkalender oder durch formlose Anschreibungen für einen repräsentativen zusammenhängenden Zeitraum von etwa drei Monaten.  

 

Erscheint Ihnen bei einem überwiegend betrieblich genutzten Pkw der private Anteil nach der Ein-Prozent-Regelung zu hoch, bleibt Ihnen auch beim Pkw-Leasing der Nachweis eines geringeren Anteils durch ein Fahrtenbuch nicht erspart. 

 

Beträgt der betriebliche Nutzungsanteil nur bis zu 50 Prozent, aber mehr als 10 Prozent, können Sie die Kfz-Kosten zunächst als Betriebsausgaben verbuchen. Der private Umfang ist jedoch als Einnahme mit dem entsprechenden Anteil an den Gesamtaufwendungen für den Pkw zu erfassen.  

 

Beispiel

Für Apotheker A aus dem Beispiel oben würde sich für das Jahr 2007 ergeben 

 

Privater Nutzungsanteil 

Privatanteil nach Fahrtenbuch (in Euro) 

Privatanteil nach Ein-Prozent-Regelung (in Euro) 

Leasingraten 

2.790 

Listenpreis brutto 

24.395 

Sonderzahlung 

1.022 

 

 

Laufende Kosten (angenommen) 

3.000 

 

 

Betriebsausgaben 

6.812 

 

 

Privatanteil 40 Prozent 

2.725 

Privatanteil (9 Monate x 1 Prozent) 

2.195 

Ergebnis: Apotheker A würde mit der Ein-Prozent-Regelung günstiger fahren. 

 

Umsatzsteuer

Für die Umsatzsteuer kann aus Vereinfachungsgründen der sich aus der Ein-Prozent-Regelung ergebende private Anteil als Bemessungsgrundlage zugrunde gelegt werden. Für die nicht mit Vorsteuern belasteten Kosten kann ein pauschaler Abschlag von 20 Prozent vorgenommen werden.  

 

Bei der Fahrtenbuchmethode sind die nicht mit Vorsteuern belasteten Aufwendungen bei der Berechnung der Umsatzsteuer auszuscheiden.  

 

Bei einem Pkw, der nur zwischen 10 und 50 Prozent beruflich genutzt und für den kein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch geführt wird, kann der nichtunternehmerische (private) Anteil geschätzt werden. 

 

Beispiel

Für Apotheker A würden die umsatzsteuerlichen Auswirkungen für 2007 betragen: 

 

Umsatzsteuer 

Privatanteil nach Fahrtenbuch 

(in Euro) 

Privatanteil nach Ein-Prozent-Regelung 

(in Euro) 

Laufende Kosten (angenommen) 

3.000 

Privatanteil 

2.195 

davon ohne Umsatzsteuer 

./. 800 

Pauschalabschlag 20 Prozent 

./. 439 

bleiben 

2.200 

 

 

Leasingrate 

2.790 

 

 

Sonderzahlung 

1.022 

 

 

zusammen 

6.012 

 

 

Privatanteil 40 Prozent  

2.405 

Privatanteil für Umsatzsteuer 

1.756 

Umsatzsteuer 19 Prozent 

456,95 

Umsatzsteuer 19 Prozent 

333,64 

Zur Vertiefung: Gewerbesteuer

Bei der Gewerbesteuer werden ab diesem Jahr die in den Leasing-raten enthaltenen Zinsen dem Gewerbeertrag wieder hinzugerechnet (siehe dazu „Apotheker Berater“ Nr. 9/2007, S. 12 ff.). Bei einem Betriebs-Pkw wird ein fiktiver Zinsanteil von 20 Prozent der Leasingrate unterstellt, der dann aber nur mit 25 Prozent herangezogen wird.  

 

Beispiel

Für Apotheker A wären das 254 Euro (20 Prozent von 5.088 Euro = 1.017 Euro, davon 25 Prozent). Steuerliche Auswirkungen ergeben sich für A erst, wenn die Hinzurechnungen insgesamt mehr als jährlich 100.000 Euro betragen. 

Kehrseite des Leasing

Lassen Sie sich von den steuerlichen Reglungen und wohlklingenden Angeboten der Leasingfirmen nicht ohne Weiteres locken. Fragen Sie Ihren Steuerberater, welche Finanzierungsvariante für Ihre Apotheke am günstigsten ist. Es gibt auch gute Gründe, die gegen Leasing sprechen:  

 

  • Beim Kauf eines Pkw können Sie derzeit stattliche Rabatte rausholen, die sonst die Leasingfirma einsteckt.
  • Ansparabschreibungen und eventuell auch Sonderabschreibungen gibt es beim Leasing nicht, weil Sie nicht Eigentümer sind.
  • Beim Kauf können Sie im Gegensatz zum Leasing selbst bestimmen, wie lange Sie den Pkw nutzen wollen.
Quelle: Ausgabe 02 / 2008 | Seite 11 | ID 117036