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23.07.2008 | Förderprogramme

Kosten senken mit Umweltschutz

von Sebastian Schnabel, Medienbüro Medizin, Hamburg

Strom- und Heizölpreise erreichen derzeit ein Rekordniveau. Das macht sich nicht nur zu Hause, sondern auch bei den Betriebsausgaben bemerkbar. Durch Energiesparmaßnahmen können diese Kosten deutlich gesenkt werden. Doch die notwendigen Umbauten sind nicht billig. Neue, gut isolierte Fenster kosten für eine Apotheke zum Beispiel schnell mehrere tausend Euro. Und bei Investitionen in die Energietechnik des Hauses steigen die Kosten bis in den sechsstelligen Bereich. Um die Maßnahmen auch für kleine und mittlere Unternehmen (KmU) erschwinglich zu machen, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gemeinsam mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Initiative „Sonderfonds Energieeffizienz in KmU“ ins Leben gerufen.  

Zwei Vorteile für Ihre Apotheke

Kleine und mittlere Unternehmen ebenso wie Freiberufler und Gewerbetreibende haben über den „Sonderfonds Energieeffizienz in KmU“ die Möglichkeit, sich zwei Vorteile zu sichern:  

 

  • Zum einen können sie Zuschüsse zu sogenannten Energie-effizienz-Beratungen erhalten, in denen Fachleute zeigen, wo sie Energie sparen können.

 

  • Zum anderen bietet die KfW Förderbank günstige Kredite für die entsprechenden Maßnahmen. Denn nur die wenigsten Unternehmen haben die notwendigen finanziellen Mittel auf der hohen Kante, um teure Investitionen – so nützlich sie auch sein mögen – vorzunehmen.

Initial- und Detailberatungen zur Energieeffizienz

Die Energieeffizienz-Beratungen gliedern sich in zwei Teile: in eine Initialberatung und eine Detailberatung.  

 

  • Die Initialberatung findet an ein oder zwei Tagen in den Apotheken statt. Bei Vor-Ort-Besichtigungen geben Experten erste Hinweise auf Einsparpotenziale – beispielsweise auf undichte Fenster oder veraltete Heizsysteme. Das BMWi übernimmt dabei bis zu 80 Prozent der Kosten, allerdings mit einem Höchstsatz von 640 Euro pro Beratungstag für maximal zwei Tage.

 

  • In der Detailberatung analysieren die Energieexperten einzelne Bereiche des Unternehmens. Hierbei trägt das BMWi 60 Prozent der Kosten bis zu 480 Euro pro Tag für maximal zehn Tage – maximal also 4.800 Euro. Nach der Analyse schlagen die Berater entsprechend der Ergebnisse Veränderungen vor, mit denen der Energieverbrauch gesenkt werden kann.

Kredite für neue Heizanlagen oder Umbaumaßnahmen

Viele Maßnahmen, die dazu dienen, den Energieverbrauch zu senken, sind teuer. Investitionen in die Gebäudehülle, neue Fenster zur besseren Isolation oder neue Heizgeräte verursachen hohe Kosten. Die KfW Bank bietet Kredite zu deren Finanzierung an. Allerdings gibt es dafür Zulassungshürden:  

 

  • Die Investitionen müssen zu einer Einsparung von mindestens 20 Prozent des Energieverbrauchs führen, wenn bereits bestehende Anlagen saniert werden.

 

  • Neuanschaffungen werden gefördert, wenn dadurch der Energieverbrauch um mindestens 15 Prozent verringert wird.

Die Kreditkonditionen

Die Kredite umfassen maximal zehn Mio. Euro pro Unternehmen. Bei einer fünfjährigen Kreditlaufzeit ist das erste Jahr tilgungsfrei. Ab dem zweiten Jahr wird alle sechs Monate eine Rate fällig. Für Vertragslaufzeiten von zehn oder zwanzig Jahren verlängern sich die Fristen entsprechend.  

 

Den Zinssatz vergibt die KfW Bank kundenindividuell. Deshalb sollten Sie auf jeden Fall mindestens ein Alternativangebot einer anderen Bank einholen, um die Kredite zu vergleichen. Kundenindividuelle Zinssätze unterscheiden sich bisweilen stark voneinander.  

Beratung ohne Kredit oder Kredit ohne Beratung möglich

Lediglich bei den subventionierten Energieeffizienz-Beratungen sind Sie an die Experten der KfW gebunden. Die Zuschüsse zu den Beratungen werden dann unabhängig davon gewährt, ob Sie auch einen Kredit bei der KfW beantragen. Sie können Ihre Umbaumaßnahmen also auch von einem örtlichen Kreditinstitut finanzieren lassen. Unter www.kfw-beraterboerse.de sind Spezialisten verzeichnet. 

 

Vorstellbar ist auch, dass Sie die Kredite für Energiesparmaßnahmen in Anspruch nehmen, ohne sich vorher beraten zu lassen. In diesem Fall muss der Apotheker aber nachweisen, dass die Neuerungen zum Energiesparen beitragen. Denn die KfW Förderbank finanziert nicht generelle Umbaumaßnahmen eines Unternehmens, wenn diese nicht den Energieverbrauch reduzieren (s.o.).  

 

Hinweis: Weitere Informationenzu der Initiative „Sonderfonds Energieeffizienz in KmU“ finden Sie im Internet auch unter der URL www.kfw-foerderbank.de in der Rubrik „Beratung“. 

Quelle: Ausgabe 08 / 2008 | Seite 19 | ID 120515