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·Nachricht ·Aktuelle Studie

Westfalen-Lippe: Mehr ältere Menschen brauchen auch mehr Apotheker

| Eine Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT) belegt, dass die flächendeckende Versorgung durch Apotheken vor Ort in den kommenden Jahren in Westfalen-Lippe nicht gesichert ist. |

 

Desinfektionsmittel knapp, Masken ausverkauft, wichtige Arzneimittel nicht lieferbar, Sorge, Verunsicherung und viele Fragen bei den Patienten ‒ die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig eine wohnortnahe, flächendeckende Versorgung durch ein solides Netz von Apotheken vor Ort ist. „Diese Versorgung ist allerdings auf Dauer nicht gesichert“, warnt Prof. Josef Hilbert, ehemaliger Geschäftsführender Direktor des IAT. Dies belegt eine IAT-Studie im Auftrag des Apothekerverbands Westfalen-Lippe (AVWL).

 

„Die Apothekenlandschaft steht vor einem großen Umbruch“, bestätigt Dr. Peter Enste, Direktor des IAT-Forschungsschwerpunkts Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität. Denn während auf der einen Seite die Zahl der älteren Patienten sowie der Arzneimittelbedarf in den kommenden Jahren weiter steigen, steht ein großer Teil der Apothekeninhaber kurz vor dem Ruhestand. So ist in Westfalen-Lippe annähernd jeder dritte Apothekeninhaber derzeit 60 Jahre und älter. Die Anzahl der Bürger 65+ wird in NRW um 1,25 Mio. zunehmen. Dies entspricht einem Anstieg von 33 Prozent. Eine Apotheke in Westfalen-Lippe wird folglich im Jahr 2040 durchschnittlich 257 ältere Patienten mehr zu versorgen haben. Weil mit dem Alter die Wahrscheinlichkeit steigt, an mehreren Erkrankungen zu leiden und auf mehrere Arzneimittel angewiesen zu sein, nimmt der Arzneimittelbedarf deutlich zu: Die Zahl der Arzneimittel-Tagesdosen wird der IAT-Studie zufolge bis zum Jahr 2040 in der Region um 500 Mio. ansteigen, das entspricht einem Plus von 13 Prozent. Damit wird auch der Bedarf an pharmazeutischer Beratung und zusätzlichen Dienstleistungen größer. Um das aktuelle Versorgungsniveau zu halten, werden in allen Städten und Landkreisen zusätzliche Apotheker gebraucht ‒ der IAT-Studie zufolge 500 in ganz Westfalen-Lippe. Zudem müssen Apotheker ersetzt werden, die in den kommenden Jahren Ruhestand treten.

 

Quelle

 

Weiterführender Hinweis

  • Die gesamte Studie finden Sie hier.
Quelle: ID 46669247