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·Fachbeitrag ·Aktuelle Studie

„Coop-Study 2012“: Kooperationen punkten vor allem bei den Einkaufsvorteilen

von Petra Meisel, Medienbüro Medizin (MbMed), Hamburg

| Drei Viertel aller deutschen Apotheker sind nach Angaben der Sempora Consulting GmbH, Bad Homburg, in mindestens einem Apothekenverbund Mitglied. Über 80 Prozent der Kooperationsmitglieder sind dabei mit ihrem Verbund zufrieden. Das ergab die dritte Apothekenkooperationsstudie 2012, kurz Coop-Study. Ziel der nach Angaben des Unternehmens initiativ durchgeführten Studie war es, ein Leistungsbild der verschiedenen Apothekenkooperationen aus Sicht der Apotheker zu erhalten. |

Datenhintergrund der Studie

Sempora befragte im 4. Quartal 2011 insgesamt 292 Apotheker - sowohl Kooperationsmitglieder als auch Nichtmitglieder. Dabei ging es den Autoren der Studie vor allem darum, Motive für die Teilnahme an Apothekenkooperationen zu ermitteln und die Erwartungen der Apotheker mit den tatsächlichen Leistungen der Verbünde zu vergleichen. Zudem erstellten die Autoren ein Ranking der erfolgreichsten Apothekenkooperationen auf Basis verschiedener Image-Kriterien.

Apotheker sind mit ihren Kooperationen zufrieden

Rund 85 Prozent der Studienteilnehmer sind Mitglied in mindestens einer Apothekenkooperation. 48 Prozent von ihnen sind mit ihrem Kooperationspartner zufrieden, 34 Prozent sogar sehr zufrieden. Nur zwei Prozent geben an, unzufrieden zu sein.

Gründe für eine Kooperationsmitgliedschaft

65 Prozent der Befragten versprechen sich von einer Kooperationsmitgliedschaft Vorteile beim Einkauf, beispielsweise Rabatte. Über ein Viertel nennt die Unterstützung bei Marketing- und Werbemaßnahmen als Beitrittsgrund. Lediglich 6 Prozent der befragten Apotheker gaben an, sich wegen des Bekanntheitsgrades der Kooperation einen Vorteil gegenüber Einzelkämpfern zu erhoffen. An diesen ursprünglichen Beweggründen hat sich für 90 Prozent aller Apotheker während ihrer Mitgliedschaft nichts geändert. Doch nicht nur die Beitrittsgründe sind überwiegend finanzieller Art: Die Hälfte der befragten Nichtmitglieder gab als Motiv ihrer Ablehnung an, eine Mitgliedschaft bringe keine finanziellen Vorteile. Weitere 30 Prozent setzen bewusst auf Individualität.

Erwartungen werden nur teilweise erfüllt

Obwohl sich die meisten Apotheker mit ihrer Kooperation zufrieden zeigen, haben sich ihre Erwartungen an die Verbünde nur bedingt erfüllt: Zwar bescheinigen 72 Prozent der Befragten, dass sie tatsächlich Vorteile beim Einkauf genießen und immerhin 49 Prozent finden die Marketingmaßnahmen ihrer Kooperation effektiv. 40 Prozent sind zudem der Ansicht, die Mitgliedschaft verhelfe ihnen zu einem besseren Image. Doch lediglich 46 Prozent gaben an, dank des Verbundes tatsächlich mehr Gewinn zu erwirtschaften. Und nur 27 Prozent waren der Ansicht, die Kooperation schütze sie vor Konkurrenz.

Wahrnehmung der Kunden

Der Bekanntheitsgrad einer Marke ist ein wichtiges Element der Kundenbindung. Daher wollten die Autoren der Studie auch wissen, ob die Kunden nach Ansicht der Apotheker deren Kooperationsmitgliedschaft überhaupt wahrnehmen. Bejahten dies im Vorjahr noch lediglich 20 Prozent der Apotheker, ist diese Zahl 2011 auf 30 Prozent gestiegen. Der weit wichtigste Aspekt der Kundenwahrnehmung sind demnach spezielle Aktionen, Angebote und Preise der Kooperationen (43 Prozent).

Kooperationen schätzen Leistungspotenzial falsch ein

Kooperationsanbieter und Apotheker sind sich weitgehend einig, welche Leistungen für die Kooperationsteilnehmer am wichtigsten sind. Die Coop-Study 2012 befragte zusätzlich Mitglieder (Eigenbild) und Nichtmitglieder (Fremdbild) über das Image der einzelnen Kooperationen. Dabei stellten die Autoren gewisse Abweichungen zwischen Eigen- und Fremdbild fest: Die größten Abweichungen weisen demnach die Kriterien Einkaufsvorteile, Gewinn und Marketing auf. Die Studie kommt daher zu dem Schluss, es ergebe sich für die Kooperationsanbieter ein ganz klarer Handlungs- und Verbesserungsbedarf. Sie müssten ihre Stärken eindeutiger transportieren und besser von dem Ausmaß der Vorteile, die sie ihren Mitgliedern bieten, überzeugen.

Kriterien für Zukunftschancen der Kooperationen

Ein Verbund ist nur dann attraktiv, wenn auch seine Zukunft erfolgsversprechend erscheint. Doch was sind die Erfolgsfaktoren? Für die befragten Apotheker stehen auch hier die Einkaufsvorteile an erster Stelle: 87 Prozent sprachen sich für eine professionelle Einkaufszentrale als Erfolgsfaktor Nummer eins aus. Knapp drei Viertel (69 Prozent) aller Befragten halten es für besonders wichtig, dass ihnen die Kooperationszugehörigkeit einen Standortvorteil verschafft, indem sie bei den Kunden einen Wiedererkennungseffekt auslöst. Die Autoren der Studie sprechen hier von einem „Veredeln“ der Individualität am Standort. 67 Prozent der Befragten geben zudem an, eine Kooperation sollte mindestens 300 bis 500 Mitglieder umfassen, da so die Verhandlungsposition - etwa gegenüber dem Großhandel - gestärkt werde.

Und der Gewinner ist ...

Doch welche Kooperation ist nun in den Augen der Apotheker die beste? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, führte die Coop-Study zehn sogenannte Image-Kriterien ein, anhand derer die Teilnehmer verschiedene Kooperationen beurteilen sollten. Dabei fragte Sempora folgende Punkte ab:

 

  • Bekanntheitsgrad: Welche Apothekenkooperation ist bei den Apothekern am bekanntesten?
  • Erfolgreiche Zukunft: Welche Kooperation wird in den nächsten fünf Jahren aus Sicht der Apotheker erfolgreich fortbestehen?
  • Einkaufsvorteile: Welche Kooperation bietet die größten Einkaufsvorteile?
  • Discount-Profil: Welche Kooperation hat aus Sicht der Apotheker das Image eines Discounters?
  • Marketingvorteile: Welche Kooperation verhilft den Apotheken durch ihre Marketingmaßnahmen zu Kundengewinnung und einer stärkeren Kundenbindung?
  • Gewinnorientierung: Welche Kooperation hat das Image, die Gewinne ihrer Mitgliedsapotheken zu steigern?
  • Top-Schulung: Welche Kooperation bietet das beste Fort- und Weiterbildungsprogramm für Beratung und Verkauf?
  • Netzwerk-Vorbild: Welche Kooperation bietet den Apotheken attraktive Geschäftsbeziehungen und Verträge zur Kundenbindung und Ertragssicherung?
  • Eigenmarken-Stärke: Welche Kooperation bietet aus Sicht der Apotheker die besten selbst in Verkehr gebrachten Produkte und Dienstleistungen?
  • Bestes Category Management: Welche Kooperation bietet das beste Konzept zur nachweisbaren Verbesserung der Sicht- und Freiwahl?

 

  • Top-Kooperationen nach unterschiedlichen Kriterien
  • Bekanntheitsgrad: DocMorris, LINDA, easyApotheke
  • Erfolgreiche Zukunft: LINDA, DocMorris, Guten Tag Apotheke
  • Einkaufsvorteile: MVDA e.V., LINDA, vivesco
  • Discount-Profil: easyApotheke, DocMorris, farma plus Apotheke
  • Marketingvorteile: LINDA, Gesund ist bunt, vivesco
  • Gewinnorientierung: LINDA, Guten Tag Apotheke, MVDA e.V.
  • Top-Schulung: Natürlich, Diabetes Vital, Guten Tag Apotheke
  • Netzwerk-Vorteil: LINDA, Gesine, Gesund ist bunt
  • Eigenmarkenstärke: Gesund ist bunt, LINDA, gesund leben Apotheke
  • Category Management: LINDA, DocMorris, easyApotheke

 

FAZIT | Klarer Sieger ist aus Sicht der Apotheker die Kooperation Linda - sie hat in fünf von zehn Kriterien die Nase vorn. Am bekanntesten ist nach wie vor die Kooperation DocMorris, die 90 Prozent der Apotheker kennen. Was Einkaufsvorteile betrifft, schneidet der MVDA e.V. am besten ab, der erstmalig in dieser Studie gelistet war. Einer der Aufsteiger ist vivesco: Die Kooperation ergatterte im Vergleich zum Vorjahr in punkto „Zukunftschancen“ und „Einkaufsvorteile“ erstmalig Plätze unter den ersten drei.

Weiterführender Hinweis

Quelle: Ausgabe 10 / 2012 | Seite 12 | ID 34497240