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·Fachbeitrag ·Impfung

G-BA - Anpassung der Schutzimpfungs-Richtlinie an die neuen Empfehlungen der STIKO

| Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat mit seinem Beschluss am 20. November 2014 die aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) in seiner Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) nachvollzogen. Außerdem wurden aufgrund der Änderung der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) entsprechende Anpassungen in der Anlage 1 der SI-RL vorgenommen. Der Beschluss des G-BA wird dem Bundesministerium für Gesundheit als der zuständigen Aufsicht vorgelegt. Vorbehaltlich der Nichtbeanstandung wird er am Tag nach seiner Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft treten. |

Hintergrund

In den Epidemiologischen Bulletins 34, 35 und 36 wurden die aktuellen Empfehlungen der STIKO samt Begründungen veröffentlicht. Der G-BA ist gesetzlich verpflichtet, hierzu innerhalb von drei Monaten eine Entscheidung hinsichtlich einer Übernahme in die SI-RL zu treffen.

Änderungen der STIKO-Empfehlungen in der SI-RL

Mit dem vorliegenden Beschluss werden die Änderungen der STIKO-Empfehlungen in der SI-RL nachvollzogen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um:

 

  • HPV-Impfung von Mädchen  
  • 1. Anpassung des empfohlenen Impfalters: Aufgrund der Empfehlung der STIKO, die Impfung gegen HPV nunmehr bereits im Alter von 9 bis 14 Jahren statt wie bisher im Alter von 12 bis 17 Jahren durchzuführen, erfolgte eine entsprechende Anpassung in Anlage 1 der SI-RL. Mit dieser Änderung wird eine frühzeitigere Impfung gegen HPV ermöglicht. Mit der Begrenzung des empfohlenen Impfalters „bis 14 Jahre“ sind dennoch Mädchen bis zum Alter von 17 Jahren nicht von der Impfung ausgeschlossen. Die SI-RL sieht nämlich das Nachholen versäumter Impfungen bzw. die Vervollständigung des Impfschutzes spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (also bis 17 Jahre) vor (§ 11 Abs. 2 SI-RL).
  • 2. Änderung des Dosierungsschemas: In die SI-RL werden außerdem die Ausführungen der STIKO hinsichtlich des Dosierungsschemas übernommen: Im Alter von 9 bis 13 bzw. 9 bis 14 Jahren (je nach Impfstoff) ist ein 2-Dosenimpfschema mit einem Impfabstand von sechs Monaten zugelassen. Bei Nachholimpfungen oder Vervollständigung einer Impfung im Alter von >13 Jahren bzw. >14 Jahren oder bei einem Impfabstand von < sechs Monaten zwischen der 1. und 2. Dosis ist eine 3. Impfstoffdosis erforderlich.
  •  
  • Meningokokken: In Spalte 4 „Anmerkungen“ der Anlage 1 der SI-RL wird zur Klarstellung, dass derzeit eine Impfung gegen Meningokokken B nicht Bestandteil der SI-RL ist, folgender Satz aufgenommen: „Bisher liegt keine Empfehlung der STIKO zur Meningokokken-B-Impfung vor (vgl. Epidemiologisches Bulletin Nr. 36 vom 8. September 2014 S. 356ff).“
  •  
  • Pneumokokken-Impfung: 
  • 1. Änderungen bei den Indikationsimpfungen: Bei den Indikationsimpfungen erfolgte eine Anpassung der bisherigen Indikationsliste hinsichtlich des aktuellen Stands der wissenschaftlichen Terminologie. Hierbei wurden weitere Krankheiten und Syndrome ergänzt. Außerdem wird die Pneumokokken-Impfung jetzt auch vor einer Cochlea-Implantation empfohlen.
  • 2. Anpassung der Hinweise zu den Impfstoffen: Der Hinweis, dass Personen mit fortbestehender gesundheitlicher Gefährdung ab einem Alter von 2 Jahren Polysaccharid-Impfstoff erhalten können, wird gestrichen. Stattdessen wird der Satz „Ab dem Alter von 5 Jahren kann die Impfung mit dem 13-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff oder dem 23-valenten Polysaccharid-Impfstoff erfolgen“ aufgenommen.

Anpassungen aufgrund der Änderungen der ArbMedVV

Bei den von der STIKO empfohlenen Impfungen aufgrund eines erhöhten beruflichen Risikos besteht in den Fallkonstellationen, in denen der Arbeitgeber nach den speziellen Bestimmungen der ArbMedVV verpflichtet ist, die Kosten für Schutzimpfungen von Arbeitnehmern zu tragen, kein Leistungsanspruch gegen die GKV. Auch dann nicht, wenn es sich gleichzeitig um eine von der STIKO wegen eines erhöhten beruflichen Risikos empfohlene Impfung handelt.

 

Dementsprechend finden sich in Spalte 2 der Anlage 1 der SI-RL jeweils nur solche von der STIKO aufgrund eines erhöhten beruflichen Risikos empfohlene Impfungen, für die nach ArbMedVV ein solcher spezieller Anspruch gegen den Arbeitgeber nicht besteht. Die STIKO-Empfehlung begründet somit in diesen Fällen einen Leistungsanspruch gegenüber der GKV. Da mit der Änderung der ArbMedVV der Anspruch der Beschäftigten gegenüber dem Arbeitgeber zum Teil ausgeweitet und damit der Leistungsumfang der GKV reduziert wurde, waren in Anlage 1 der SI-RL entsprechende redaktionelle Anpassungen erforderlich.

 

PRAXISHINWEIS | Zu Änderungen hinsichtlich des Leistungsumfangs der GKV aufgrund des erweiterten Leistungsanspruches gegenüber dem Arbeitgeber kam es bei den Impfungen gegen Hepatitis A, Hepatitis B, Masern, Mumps, Pertussis, Röteln und Varizellen. Da der Leistungsumfang der GKV hier reduziert wurde, empfiehlt sich eine Prüfung, ob eine entsprechende Impfung noch zulasten der GKV durchgeführt werden kann.

 

Weiterführender Hinweis

  • Der Beschluss des G-BA sowie die Tragenden Gründe hierzu sind auf der Web-Site des G-BA (www.g-ba.de) unter Informationsarchiv/Richtlinien/Schutzimpfungs-Richtlinie/Beschlüsse abrufbar.
Quelle: Ausgabe 12 / 2014 | Seite 23 | ID 43085425