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  • ·Nachricht ·Hygiene

    Welthändehygienetag: Sie haben es in der Hand!

    | Hygiene sollte in jeder Praxis einen zentralen Stellenwert einnehmen, nicht nur am Welttag der Händehygiene, dem 05.05.2022. Denn gerade in Arzt-, Heilmittel- und Zahnarztpraxen kommt es täglich zu unzähligen Kontakten zwischen den Therapeuten, Zahnärzten, Ärzten, den MFA, ZFA und den Patienten. Einen wesentlichen Übertragungsweg von Infektionen allgemein und der Infektion mit Grippe- und/oder Corona/COVID-19-Viren, stellen dabei die Hände dar. Das heißt: Erreger werden vom Patienten an das Praxisteam und von dort zum nächsten Patienten weitergegeben. Durch regelmäßige und vor allem korrekte Händedesinfektion kann dies vermieden werden. |

    Wann sollte desinfiziert werden?

    Die Desinfektion der Hände tötet Krankheitserreger ab und verhindert so deren weitere Ausbreitung. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt die Händedesinfektion bei fünf verschiedenen Tätigkeiten/Zeitpunkten:

     

    • Vor jedem Patientenkontakt
    • Vor einer aseptischen Tätigkeit
    • Nach Umgang mit infektiösem Material, z. B. nach einer Blutabnahme, nach dem Ausziehen der Handschuhe, nach dem Naseputzen
    • Nach jedem Patientenkontakt
    • Nach Kontakt mit Oberflächen in unmittelbarer Umgebung des Patienten

     

    Zu beachten ist auch, dass die Händedesinfektion keine Kann-Bestimmung ist, sondern eine Muss-Bestimmung, die in Vorschriften detailliert geregelt ist.

    Wie sollte desinfiziert werden?

    Das Händedesinfektionsmittel sollte 30 Sekunden auf der Haut einwirken, dann sind die meisten Krankheitserreger abgetötet. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Hände vollständig mit Desinfektionsmittel benetzt und während der gesamten Einwirkzeit feucht gehalten werden. Im Weiteren brauchen keine genauen Anweisungen eingehalten zu werden. In der Erfahrung hat sich gezeigt, dass eigenverantwortliches Händedesinfizieren genauso wirksam ist wie das nach starren Vorschriften. Besonderes Augenmerk sollte jedoch auf die Fingerkuppen und den Daumen gelegt werden. Diese Areale sind klinisch besonders relevant, da sie am häufigsten mit dem Patienten in Kontakt kommen und sich in diesem Bereich auch die meisten Bakterien befinden.

     

    Der Desinfektionsmittelspender muss gut erreichbar in allen hygienerelevanten Bereichen (beispielsweise Untersuchungsräume, Labor, Personaltoilette) aufgehängt sein, so dass er ohne Zuhilfenahme der Hände ‒ sondern mit dem Ellenbogen ‒ betätigt werden kann. Der Auslass am Spender darf nicht mit den Fingern berührt werden.

     

    MERKE | Wenn das Desinfektionsmittel aufgebraucht ist, darf es nicht nachgefüllt werden. Es muss ein neues Einmalgebinde verwendet werden. Beim Umfüllen aus großen Originalgebinden in kleine Spenderflaschen könnte es zur Kontamination mit bakteriellen Sporen (Dauerform, die Jahrzehnte überleben kann) kommen.

     

     

    PRAXISTIPP| Mithilfe des Verbrauchs an Desinfektionsmittel kann die Frequenz der Händedesinfektion in der Praxis abgeschätzt werden.

     

    Nebenwirkungen sind selten

    Beim Gebrauch von alkoholischen Händedesinfektionsmitteln kann es zu Hautunverträglichkeiten wie Rötungen oder Brennen kommen. Studien haben jedoch gezeigt, dass alkoholische Einreibepräparate auf intakter Haut dem Händewaschen mit Wasser und Seife deutlich überlegen sind. Alkoholische Präparate beeinträchtigen die Hautbarriere und die Hautfeuchtigkeit weit weniger als Wasser und Seife.

    Hautpflege ist wichtig

    Um Hautreizungen zu vermeiden, sollte eine milde, flüssige Waschlotion aus Wandspendern verwendet werden. Der Gebrauch von Stückseife und Gemeinschaftshandtüchern sollte unterbleiben. Die Hände sollten mit Einmalhandtüchern aus einem Wandspender gut abgetrocknet und anschließend eingecremt werden. So wird die Haut vor Austrocknung geschützt. Die Hautpflege ist wichtig und sollte keinesfalls vernachlässigt werden.

     

    Der Arbeitgeber ist verpflichtet, entsprechende Hautpflegeprodukte bereitzustellen. Besonders eignen sich Produkte ohne Duft- und Konservierungsstoffe. Während der Arbeitszeit sollten die Hände möglichst mehrmals mit einer rasch einziehenden Öl-in-Wasser-Emulsion eingecremt werden. Vor Pausen und am Arbeitsende sollte dagegen ein Wasser-in-Öl-Produkt verwendet werden.

    Händewaschen

    Durch zu häufiges Händewaschen wird die Haut strapaziert. Hautveränderungen und Ekzeme treten deutlich häufiger auf. Denn beim Händewaschen werden die hauteigenen Fette gelöst und abgespült, bei der Händedesinfektion werden sie lediglich umverteilt. Außerdem enthalten viele Desinfektionsmittel zusätzlich spezielle Rückfettungssubstanzen, die einer rauen und trockenen Haut vorbeugen.

     

    Entscheidend ist aber, dass ist im Gegensatz zur Desinfektion der Hände das normale Händewaschen mit Wasser und Seife nicht besonders effektiv ist. So wird zwar der Schmutz beseitigt, die Keimzahl der Hände jedoch kaum reduziert. Händedesinfektion ist mindestens um den Faktor 100 wirksamer als das Händewaschen. Daher gilt, die Hände sollte nur gewaschen werden:

     

    • Vor Arbeitsbeginn
    • Vor dem Umgang mit Lebensmitteln und vor Nahrungsaufnahme
    • Nach dem Toilettengang
    • Bei starken Verunreinigungen der Hände
    • Am Arbeitsende.

    Und außerdem

    Neben dem Händewaschen und -desinfizieren sollten noch einige weitere Punkte in Bezug auf die persönliche Hygiene beachtet werden:

     

    • Achten Sie auf saubere, kurz geschnittene Fingernägel.
    • Verwenden Sie keine künstlichen Fingernägel und keinen Nagellack.
    • Tragen Sie keinen Schmuck an den Händen wie beispielsweise Ringe (auch Eheringe), Armbänder und Uhren.

     

    Weiterführender Hinweis

    • Eine Liste aller Desinfektionsmittel, die für den Gebrauch in der Praxis geeignet und zertifiziert sind, findet sich im Internet unter (VAH): www.vah-online.de
    Quelle: ID 46384927