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  • ·Fachbeitrag ·ABC der Abrechnung

    „P“ ‒ Punktionen bei einem Kniegelenkserguss

    von Dr. Dr. med. Peter Schlüter, Östringen-Tiefenbach, www.vita-lco.de

    | Kniegelenksergüsse können verschiedene Ursachen haben. So kommen z. B. chronische Überlastungen, Knorpelschäden, Meniskusläsionen, Kniegelenksarthrose, Gelenkentzündungen, Prellungen, vorausgegangene Verletzungen oder auch eine Hyperurikämie für einen solchen Gelenkerguss infrage. Unabhängig von der Ursache ist es für den Patienten eine akute Situation, die häufig auch zum Aufsuchen einer Notfallsprechstunde führt. |

     

    Der Fall

    Frau Ch., eine 38-jährige, sportlich aktive Patientin, stellt sich mit Knieschmerzen in der Praxis vor. Sie gibt an, beim Sport plötzlich Schmerzen im rechten Knie verspürt zu haben. Das Knie ist gerötet und deutlich verdickt. Ein Kniegelenkserguss zeigt meistens die fünf typischen Entzündungszeichen, aufgrund derer die Patientin das Bein kaum anwinkeln kann: das Knie ist gerötet, geschwollen, überwärmt, es schmerzt und aufgrund dieser Symptome ist die Funktionsfähigkeit des Gelenks stark eingeschränkt. Die Diagnose des Kniegelenksergusses lässt sich bei der klinischen Untersuchung einfach feststellen. Streicht man den Recessus suprapatellaris aus, lässt sich beim Eindrücken der Kniescheibe eine sogenannte tanzende Patella beobachten. Der Untersucher spürt das Schwimmen der Patella in der Ergussflüssigkeit (positives Ballottement).

     

    Primär muss die Grunderkrankung behandelt werden. Bei der Patientin war die Entstehung durch die sportliche Überbelastung zu erklären. Therapeutisch ist in diesem Falle die Punktion zur Entlastung des Gelenks angebracht. Bei Zeichen einer Infektion kann das Punktat einer mikrobiologischen Untersuchung zugeführt werden. Nach der Punktion wurde ein abschwellender Verband angelegt und zusätzlich ein Druckverband. Weiterhin wurde für einige Tage ein Nicht-steroidaler Entzündungshemmer (NSAR) verordnet.