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·Fachbeitrag ·Refresher

Viel Papierkram, geringe Vergütung

von Dr. med. Heinrich Weichmann, Lippetal

| Arztbriefe werden geschrieben, Kopien für Kollegen und Krankenhäuser angefertigt und alle Behandlungsdaten dokumentiert. Der Arbeitsaufwand für den täglichen Papierkram ist immens, die Abrechnungsmöglichkeiten hingegen bescheiden. Aber „auch Kleinvieh macht Mist“. |

 

Kopierpauschale und Versandpauschalen

Werden Befunde, Arztbriefe oder sonstige patientenbezogene Unterlagen für einen mit- oder weiterbehandelnden oder konsiliarisch tätigen Arzt oder einen Krankenhausarzt kopiert oder werden entsprechende EDV-technisch gespeicherte Unterlagen ausgedruckt, ist je Seite die EBM-Nr. 40144 mit 0,13 Euro je Seite berechnungsfähig. Für die Versendung - egal ob per Fax oder per Mail - ist als Pauschale die Nr. 40120 abzurechnen. Auch wenn mehrere Seiten per Fax oder Mail an einen Empfänger übermittelt werden, ist die 40120 nur einmal berechnungsfähig.

 

PRAXISHINWEIS | Der Versand per Post sollte möglichst nicht gewählt werden: Die Versandpauschalen 40120 ff. orientieren sich an den Tarifen der Post und wurden insbesondere bei der 40120 (Standardbrief) nicht angepasst. Der Standardbrief muss inzwischen mit 0,62 Euro frankiert werden, die 40120 wird aber mit nur 0,55 Euro vergütet. Es ist aber natürlich nicht verborgen geblieben, dass inzwischen mehr und mehr Übermittlungen per Fax oder Mail durchgeführt werden. Die Krankenkassen streben an, für die Versendung per Mail oder Fax eine „abgespeckte“ Pauschale einzuführen und im Gegenzug die 40120 für den Standardbrief auf 0,62 Euro zu erhöhen. AAA hält Sie diesbezüglich auf dem Laufenden.

 

Auch der Eingang von Befunden, Berichten usw. in die Praxis erfolgt zunehmend per Fax oder noch mehr per Mail. Für die Dokumentation in der Praxis müssen diese Eingänge ausgedruckt oder EDV-gestützt gespeichert werden (und zwar mindestens zehn Jahre) und sie müssen jederzeit abrufbar sein. Doch weder für das Ausdrucken noch für die elektronische Speicherung gibt es - obwohl mit Personalaufwand verbunden - eine Abrechnungsmöglichkeit. Nr. 40144 ist für das Ausdrucken eingehender Unterlagen nicht berechnungsfähig, auch nicht für Kopien für die eigene Dokumentation. Bringt also ein Patient beispielsweise einen Bericht mit, den er sich für seine Unterlagen erstellen lassen hat und den er behalten will, und wird für die Praxisunterlagen eine Kopie gefertigt, ist die Nr. 40144 nicht berechnungsfähig.

 

Patient wünscht Kopien

Zunehmend bitten auch Patienten um die Anfertigung und Übergabe von Kopien von Berichten, Befunden usw. Eine verbindliche Regelung für die Kostenerstattung gibt es nicht. Empfohlen wird, sich am Rechtsanwaltsvergütungsgesetz zu orientieren. Dort werden 0,50 Euro je kopierter Seite angesetzt.

Quelle: Ausgabe 07 / 2015 | Seite 4 | ID 43460756