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·Fachbeitrag ·Gesamtvergütung

Morbiditätsrate: Nur Zusatz „G“ zum ICD-10-Code bringt etwas!

| Bei den Verhandlungen über Honorarsteigerungen auf Bundesebene spielt auch die sich verändernde Morbidität der Versicherten in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) eine Rolle. Die Morbidität ist in den letzten Jahren stets gestiegen, im Bundesdurchschnitt um etwa zwei Prozent pro Jahr. Dieser Anstieg wird für den Bereich jeder Kassenärztlichen Vereinigung (KV) extra ermittelt und schwankt von KV zu KV um ca. 0,5 Prozent. |

 

Ob und wie sich die Morbidität in den einzelnen KVen geändert hat, wird durch die Auswertung einer repräsentativen Zahl von Behandlungsfällen hinsichtlich der angegebenen Diagnosen (ICD-10-Codes) ermittelt. Nach der für jedes Quartal von der KV Nordrhein (KVNO) im Internet veröffentlichten Morbiditätsstatistik (aktuell für das Quartal III. 2015) haben 2.650 Hausarztpraxen in Nordrhein im III. Quartal 3,354 Mio. Fälle mit 25,235 Mio. Diagnoseeinträgen abgerechnet - pro Fall somit durchschnittlich etwa 7,5 ICD-10-Codes angegeben. Aber: Aus der Statistik der KVNO ist nicht ersichtlich, welche Diagnosen gesichert (Zusatz „G“), bzw. welche nur als „Ausschluss von“ (Zusatz „Aa“) oder „Verdacht auf“ (Zusatz „V“) angegeben wurden. Für die Festlegung der Änderung der Morbidität spielen aber nur die gesicherten Diagnosen eine Rolle. Werden also in einer KV überdurchschnittlich mehr und schwerere Erkrankungen mit ž„G“ kodiert, ist das eine gute Ausgangsposition für die Verhandlungen über Zuschläge zum Gesamthonorar. Die KVNO z. B. lag in den ausgewerteten Vorquartalen in der Morbidität um 0,5 Prozent über dem Bundesdurchschnitt und erhielt einen spürbaren Zuschlag zum Gesamthonorar.

 

PRAXISHINWEIS | Zu kodieren sind alle Erkrankungen, derentwegen der Patient im laufenden Quartal zur Behandlung in die Praxis kommt. Bei der Kodierung nach der ICD-10 ist immer zusätzlich zu dem Code eines (oder auch mehrere, z. B. G mit L) der Zusatzeichen G, V, A, Z und ggf. R, L, oder B anzugeben. Wegen der Bedeutung für die Honorarverhandlungen ist darauf zu achten, dass der Zusatz „Ge“ in allen berechtigten Fällen angesetzt wird.

 
Quelle: Ausgabe 03 / 2016 | Seite 2 | ID 43870553