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·Fachbeitrag ·EBM 2015

Neue EBM-Nrn. 03062 und 03063 - Die Abrechnungsdetails

| Die neuen EBM-Gebührenordnungspositionen 03062 und 03063 für (Haus-)Besuche durch nicht-ärztliche Praxisassistenten können nur von Ärzten berechnet werden, die von ihrer KV eine entsprechende Abrechnungsgenehmigung erhalten haben (zu den Voraussetzungen zum Erhalt der Genehmigung lesen Sie den Beitrag auf Seite 10). Hausärzte ohne eine solche Genehmigung rechnen die Hausbesuche ihrer MFA wie bisher mit den deutlich niedriger bewerteten Abrechnungspositionen aus dem Kapitel 40, den Nrn. 40240 (Besuch, 5,10 Euro) und 40260 (Mitbesuch, 2,60 Euro) ab. |

Die EBM-Nrn. 03062 und 03063

Die Nr. 03062, bewertet mit 166 Punkten, ist für ärztlich angeordnete Hilfeleistungen durch nicht-ärztliche Praxisassistenten in der Häuslichkeit des Patienten und für den ersten Besuch im Rahmen der postoperativen Versorgung nach der Nr. 31600 abzurechnen. Die Nr. 03063, bewertet mit 122 Punkten, kann für ärztlich angeordnete Hilfeleistungen von nicht-ärztlichen Praxisassistenten bei dem Besuch eines weiteren Patienten in derselben sozialen Gemeinschaft, für den Besuch eines Patienten in Alten- bzw. Pflegeheimen oder einer beschützenden Einrichtung und/oder für weitere Besuche des nichtärztlichen Praxisassistenten im Rahmen der postoperativen Behandlung nach Nr. 31600 berechnet werden.

 

MERKE | Die Bewertung der Nrn. 03062 und 03063 beinhaltet auch die Wegekosten. Wegegelder können also wie bei den Nrn. 40240 und 40260 nicht zusätzlich berechnet werden. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär mit dem Orientierungswert.

 

Die Leistungslegenden der beiden neuen Gebührenordnungspositionen lauten wie folgt:

 

EBM-Nr.
Legende
Punkte

03062 

Gebührenordnungsposition einschl. Wegekosten - entfernungsunabhängig - für gemäß § 87 Abs. 2b Satz 5 SGB V ärztlich angeordnete Hilfeleistungen anderer Personen nach § 28 Abs. 1 Satz 2 SGB V, die in der Häuslichkeit der Patienten in Abwesenheit des Arztes erbracht werden, wenn die Voraussetzungen des § 3 der Anlage 8 zum Bundesmantelvertrag Ärzte (BMV-Ä) vorliegen.

 

Obligater Leistungsinhalt

  • Persönlicher nicht-ärztlicher Praxisassistent-Patienten-Kontakt,
  • Aufsuchen des Patienten zum Zweck der Versorgung in der Häuslichkeit,
  • Dokumentation gemäß Nr. 5 der Präambel des Abschnitts 3.2.1.2,

 

Fakultativer Leistungsinhalt

  • Leistungen gemäß § 5 Abs. 1 der Anlage 8 zum Bundesmantelvertrag Ärzte (BMV-Ä),
  • In Anhang 1 Spalte VP aufgeführte Leistungen,

 

je Sitzung

166

17,05 Euro*

 

 

EBM-Nr.
Legende
Punkte

03063 

Gebührenordnungsposition einschl. Wegekosten - entfernungsunabhängig - für gemäß § 87 Abs. 2b Satz 5 SGB V ärztlich angeordnete Hilfeleistungen anderer Personen nach § 28 Abs. 1 Satz 2 SGB V, die in der Häuslichkeit der Patienten in Abwesenheit des Arztes erbracht werden, für einen weiteren Patienten in derselben häuslichen Gemeinschaft, für einen Patienten in Alten- oder Pflegeheimen und/oder für Patienten im Rahmen der weiteren postoperativen Behandlung gemäß der Gebührenordnungsposition 31600 bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 3 der Anlage 8 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä)

 

Obligater Leistungsinhalt

  • Persönlicher nicht-ärztlicher Praxisassistent-Patienten-Kontakt,
  • Aufsuchen eines weiteren Patienten in derselben sozialen Gemeinschaft (zum Beispiel Familie) zum Zweck der Versorgung in der Häuslichkeit
  • und/oder
  • Aufsuchen eines Patienten zum Zweck der Versorgung in Alten- oder Pflegeheimen
  • und/oder
  • Aufsuchen eines Patienten zum Zweck der Versorgung in anderen beschützenden Einrichtungen
  • und/oder
  • Aufsuchen eines Patienten zum Zweck der weiteren postoperativen Versorgung im Rahmen der Gebührenordnungsposition 31600,
  • Dokumentation gemäß Nr. 5 der Präambel des Abschnitt 3.2.1.2,

 

Fakultativer Leistungsinhalt

  • Leistungen gemäß § 5 Abs. 1 der Anlage 8 zum Bundesmantelvertrag Ärzte (BMV-Ä)
  • In Anhang 1 Spalte VP aufgeführte Leistungen,

 

je Sitzung

122

12,53 Euro*

 

* Bewertung mit Orientierungswert 2015 von 10,2718 Cent

Zusätzliche Abrechnungsmöglichkeiten

Neben den Nrn. 03062 und 03063 können lediglich Laboruntersuchungen des Abschnitts 32.2 (zum Beispiel Glucose, Gerinnung) und die Nr. 31600 (postoperative Behandlung) berechnet werden. In begründeten Einzelfällen sind darüber hinaus auch Hausbesuche des Arztes nach den Nrn. 01410 bis 01413 und 01415 zusammen mit dem Besuch nach Nr. 03062 bzw. Nr. 03063 berechnungsfähig.

Die weiteren Abrechnungsvoraussetzungen

Die Nrn. 03062 und 03063 können nur berechnet werden, wenn im Laufe des Quartals ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt mit Abrechnung der Versichertenpauschale stattgefunden hat. Voraussetzung ist weiter, dass der Vertragsarzt die Leistung im Einzelfall in Bezug auf Patienten angeordnet hat, die er zuvor bezüglich derselben Erkrankung selbst besucht oder in seiner Praxis gesehen und eingehend untersucht hat. Leistungen, die Bestandteil des Versorgungsauftrags von Alten- oder Pflegeheimen oder anderen beschützenden Einrichtungen sind, können nicht angeordnet und nicht abgerechnet werden.

 

Darüber hinaus muss der Vertragsarzt die Tätigkeit des nicht-ärztlichen Praxisassistenten in ausreichender Form überwachen und jederzeit erreichbar sein.

Abrechnung nur bei bestimmten Patientengruppen

Die Nrn. 03062 und 03063 können nach § 3 der Anlage 8 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte (Delegationsvereinbarung) nur bei folgenden Patientengruppen berechnet werden:

 

  • Patienten mit mindestens einer schwerwiegende chronische Erkrankung gemäß § 2 Abs. 2 der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, die in der Regel das 65. Lebensjahr vollendet haben.

 

  • Patienten mit einer Erkrankung, die einer dauerhaften intensiven ärztlichen Betreuung bedarf (insbesondere Patienten mit Alters- und geriatrischen Erkrankungen), die in der Regel das 65. Lebensjahr vollendet haben.

 

  • Patienten mit einer akuten schwerwiegenden Erkrankung, die einer intensiven ärztlichen Betreuung bedarf (mit gesonderter Begründung).

 

Voraussetzung ist bei allen drei Patientengruppen, dass der Patient die Praxis des Arztes aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen aufsuchen kann.

Die Tätigkeiten des Praxisassistenten

Die Tätigkeiten des nicht-ärztlichen Praxisassistenten beinhalten nach § 5 der Delegationsvereinbarung im Wesentlichen diejenigen nicht-ärztlichen Hilfeleistungen, die nach den Grundsätzen zur persönlichen Leistungserbringung an nicht-ärztliches Praxispersonal delegiert werden können. Dies sind beispielsweise das Messen von Puls und Blutdruck, aber auch die Durchführung standardisierter Testverfahren, das Anlegen einer Langzeit-Blutdruckmessung und der Elektroden für die Aufzeichnung eines Langzeit-EKG, die Bestimmung von Laborparametern vor Ort (zum Beispiel Glucose, Gerinnung) sowie die Erfassung der verschriebenen und der selbst erworbenen freiverkäuflichen Medikamente und des Einnahmeverhaltens mit dem Ziel der Verbesserung der Patientencompliance.

 

Merke | Wie alle anderen nicht-ärztlichen Hilfeleistungen auch müssen diese im Einzelfall vom Arzt angeordnet und in ausreichender Form überwacht werden. Der Arzt ist regelmäßig, spätestens an dem auf den Besuch folgenden Werktag, über die von dem Praxisassistenten erhobenen Befunde und Anweisungen zu informieren.

 

FAZIT | Unabhängig von der Kritik an den allgemeinen Genehmigungsvoraussetzungen haben die neuen Gebührenordnungspositionen durchaus positive wirtschaftliche Aspekte:

 

  • Führt der Arzt den routinemäßigen Hausbesuch nach Nr. 01410 (212 Punkte) nämlich selbst durch, erhält er dafür mit 21,78 Euro (Bewertung mit 10,2718 Cent) - zzgl. Wegegeld - nur ein etwas höheres Honorar als beim Helferinnenbesuch nach Nr. 03062.
  • Die Vergütung der Helferinnenbesuche innerhalb derselben sozialen Gemeinschaft oder in Alten- bzw. Pflegeheimen nach der Nr. 03063 liegt mit 12,53 Euro sogar über der Vergütung von Mitbesuchen durch den Arzt. Dieser kann bei Mitbesuchen nämlich nur die Nr. 01413, bewertet mit 106 Punkten bzw. 10,89 Euro, berechnen.
 
Quelle: Ausgabe 12 / 2014 | Seite 6 | ID 43095413