logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

·Fachbeitrag ·Hausarztzentrierte Versorgung (HzV)

HzV-Honorar versus KV-EBM - prüfen Sie Ihre Möglichkeiten!

| In Deutschland haben sich aktuell knapp vier Mio. Versicherte und über 16.500 Hausärzte in die HzV-Vollversorgungsverträge eingeschrieben, wie der Deutsche Hausärzteverband (DHÄV) in einer Pressemitteilung vom 21. Januar 2016 berichtet. Die Teilnahme ist sowohl für die Versicherten, als auch für die Hausärzte freiwillig. Dass es sich lohnen kann, zeigen die folgenden Zahlen aus Nordrhein-Westfalen (NRW). Ob sich eine Teilnahme auch für Ihre Praxis rechnet, erfahren Sie bei Ihrem DHÄV-Landesverband (Kontaktadressen unter http://tinyurl.com/jxwewtn). |

 

Beispiel NRW: Im KV-System beläuft sich der Fallwert gemäß des KBV Honorarberichts für das Quartal 1/2014 inkl. allen extrabudgetären Leistungen, DMP und ärztlichem Bereitschaftsdienst auf 58 Euro in Westfalen-Lippe und 65 Euro in Nordrhein. In der HzV bezahlen die Krankenkassen 65 Euro pro eingeschriebenem Versicherten und Quartal - insgesamt für ganz NRW, egal, ob der Versicherte im jeweiligen Quartal behandelt wurde oder nicht. Da erfahrungsgemäß lediglich 75 bis 80 Prozent der Patienten jedes Quartal in die Praxis kommen, ergibt sich für den einzelnen Arzt ein Behandlungsfallwert von durchschnittlich 76 bis 86 Euro. Ärztlicher Bereitschaftsdienst und DMP und diejenigen Leistungen, die weiterhin über die KV abgerechnet werden können, kommen noch hinzu. Innerhalb der HzV können in NRW so Fallwerte von 80 bis 90 Euro erreicht werden.

 

  • Hintergrund

Gemäß § 73b Abs. 1 SGB V müssen die Krankenkassen seit 2009 flächendeckend die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV) anbieten. Hierzu schließen sie Verträge „mit Gemeinschaften, die mindestens die Hälfte der an der hausärztlichen Versorgung teilnehmenden Allgemeinärzte des Bezirks der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) vertreten“ (§ 73b Abs. 4 SGB V). Eine solche Gemeinschaft ist der DHÄV. Er schließt mit den Krankenkassen die sogenannten Hausarztverträge. Die HzV-Vergütung erfolgt unabhängig von der Honorarverteilung in der KV, unabhängig von Vorwegabzügen, ohne Fallzahl-Begrenzung, ohne Zeitbudgets, in Euro und nicht in Punkten. Die Vergütungshöhe ist nicht von einer Bereinigung abhängig, wodurch die Honorare zeitnah - in der Regel am Ende des Folgequartals - ausgezahlt werden. Die Wirtschaftlichkeit ist aufgrund des Leistungsbedarfs anerkannt. Rückforderungen sind ausgeschlossen, da die sogenannte „Spitzabrechnung“ (oder nachträgliche Endabrechnung) entfallen ist.

 
Quelle: Ausgabe 03 / 2016 | Seite 1 | ID 43834957