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01.11.2006 | Privatliquidation

Besondere Kosten immer neben dem Verband nach Nr. 200 berechnungsfähig?

Frage: „Können in der Privatabrechnung – wie bei der Abrechnung nach UV-GOÄ – neben dem Verband nach Nr. 200 die Sach- bzw. besonderen Kosten immer berechnet werden oder nur, wenn der Verband berechnet wird? Ich bediene mich bei der Berechnung der besonderen Kosten der Summen, die in Spalte 4 des DKG-NT/BG-NT ausgewiesen sind und setze dafür zusätzlich zur Berechnung der Nr. 200 jeweils 1,36 Euro an. Ist mein Vorgehen korrekt?“  

 

Antwort: Grundsätzlich sind Auslagen für Verbandmaterial nach § 10 GOÄ auch berechenbar, wenn Nr. 200 GOÄ zum Beispiel aufgrund der allgemeinen Bestimmungen zu Abschnitt CI GOÄ oder zugunsten anderer Leistungen wie der Nrn. 1 und 5 nicht berechnet werden kann. 

 

Auszug Allgemeine Bestimmung Abschnitt CI

„Wundverbände nach Nummer 200, die im Zusammenhang mit einer operativen Leistung (auch Ätzung, Fremdkörperentfernung), Punktion, Infusion, Transfusion oder Injektion durchgeführt werden, sind Bestandteil dieser Leistung.“ 

Zu beachten ist jedoch, dass die in § 10 Abs. 2 GOÄ explizit ausgeschlossenen Materialien nicht berechnungsfähig sind, so unter anderem die für Schnellverbandmaterial: 

 

Die von Ihnen vorgenommene Pauschalierung in Form „besonderer Kosten“, wie sie in der Spalte 4 des DKG-NT/BG-NT ausgewiesen sind, ist strenggenommen nach der GOÄ nicht zulässig. Dennoch werden diese „besonderen Kosten“ von den meisten Kostenträgern akzeptiert. Dies hängt damit zusammen, dass die Kalkulation der in diesen Tarifen ausgewiesenen Pauschalbeträge auf Großpackungen beruht und somit für die Kostenträger günstiger sein können als die tatsächlich entstandenen Auslagen in Arztpraxen, die oftmals – im Gegensatz zu Kliniken – keine Großpackungen einkaufen können und daher höhere Kosten haben.  

 

Werden die in einer Rechnung angegebenen Pauschalbeträge von einem Kostenträger nicht akzeptiert, muss der Arzt die tatsächlich entstandenen Einzelauslagen angeben. Dies kann für den Kostenträger durchaus von Nachteil sein: In nicht wenigen Fällen übersteigen die tatsächlich entstandenen Einzelauslagen die berechneten Pauschalen. Der Vorteil des Arztes bei der Verwendung von Pauschalbeträgen für Materialauslagen liegt vor allem in einer Vereinfachung der Rechnungsstellung. 

Quelle: Ausgabe 11 / 2006 | Seite 12 | ID 84609