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Leserforum

Sie fragen, wir antworten

Ist die Behandlung von Schnarchern eine Kassenleistung?

Frage: „Immer wieder wenden sich Patienten hilfesuchend an uns, weil sie als lautstarke Schnarcher in Konflikte mit ihren Ehepartnern geraten. Uns ist bekannt, dass die Diagnostik und die Therapie der Schlafapnoe eine Kassenleistung ist, weshalb wir davon ausgehen, dass auch die therapeutische Beeinflussung von Schnarchen – gegebenenfalls auch durch Operation – eine Kassenleistung ist. Ist dies zutreffend?“

Antwort: Nein! Schnarchen ist eine individuelle physiologische Erscheinung wie zum Beispiel starkes Schwitzen, starke Körperbehaarung usw. Auch wenn durch das Schnarchen das familiäre Umfeld beeinträchtigt wird, handelt es sich nicht um eine Erkrankung. Therapeutische Maßnahmen können daher nicht als Kassenleistungen erbracht und abgerechnet werden. Anders ist es lediglich bei der Schlafapnoe, bei der es sich aber weniger um Schnarchen handelt, sondern vielmehr um Atemstillstände während der Schlafphasen. Ein Zusammenhang besteht lediglich insofern, als häufig die Lebenspartner eine Apnoe vermuten, weil sie feststellen, dass die Atmung des Partners im Schlaf zeitweilig aussetzt. Diese Aussetzer werden häufig über das Aussetzen des Schnarchens bemerkt. Die Diagnostik und Therapie der Schlafapnoe als Kassenleistung ist somit strikt zu trennen von Maßnahmen zur Behandlung des Schnarchens, die privat zu liquidieren sind. Bereits Beratungen darüber, welche Schritte zur Behandlung des Schnarchens unternommen werden könnten, sind nach der GOÄ privat zu liquidieren.

Präventive Koloskopie bei positivem präventiven Stuhltest?

Frage: „Mit der Einführung der Beratung zur präventiven Koloskopie (EBM-Nr. 154) und der präventiven Stuhluntersuchung auf Blut (EBM-Nr. 159) haben sich in unserer Hausarztpraxis Probleme ergeben. Da der Test nach Nr. 159 jetzt unabhängig von den Krebs-Vorsorgeuntersuchungen möglich ist, führen wir diese präventive Untersuchung neuerdings auch bei Frauen durch, inzwischen auch einige Male mit positivem Ergebnis. Nach Rücksprache mit den Gastroenterologen, zu denen wir diese Fälle zur weiteren Abklärung dann überweisen, wurde uns erläutert, dass eine positive Testung auf Blut im Stuhl noch keinen hinreichenden Verdacht auf eine Karzinomerkrankung belege. Wir sollen deswegen Überweisungen zur präventiven Koloskopie ausstellen, so dass der Gastroenterologe die neu eingeführte präventive Koloskopie nach EBM-Nr. 156 durchführen und abrechnen kann. Ist dieser Verfahrensweg korrekt?“

Antwort: Nein. Zutreffend ist zwar, dass eine positive Stuhltestung auf Blut noch kein hinreichender Beleg für das Vorliegen einer bösartigen Dickdarmerkrankung ist. Zumindest besteht aber ein Krankheitsverdacht und damit ist die nachfolgende Koloskopie kurativ nach der Leistungsposition Nr. 764 abzurechnen. Haben Sie den Verdacht, dass die Stuhltestung falsch positiv war, etwa weil der Patient entsprechende Speisen zu sich genommen hat, sollten Sie die Stuhluntersuchung wiederholen.

Quelle: Abrechnung aktuell - Ausgabe 12/2002, Seite 12

Quelle: Ausgabe 12 / 2002 | Seite 12 | ID 100119