logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

01.09.2006 | Kassenabrechnung

Zwei neue Standard-Impfungen für Säuglinge und Kleinkinder

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) hat Ende Juli 2006 ihre Impfempfehlungen aktualisiert und zwei neue Standard-Impfungen für Säuglinge und Kleinkinder aufgenommen. Empfohlen wird jetzt eine Standard-Immunisierung aller Säuglinge bzw. Kleinkinder gegen Pneumokokken und Meningokokken. Die Erreger sind die häufigsten Ursachen gefährlicher bakterieller Infektionen in dieser Altersgruppe.  

 

Die Pneumokokken-Impfung sollen Säuglinge ab zwei Monaten erhalten. Empfohlen wird ein Konjugat-Impfstoff, der einen länger anhaltenden Schutz hervorruft. Für einen vollständigen Impfschutz sind vier Impfungen zeitgleich mit anderen im Säuglingsalter empfohlenen Impfungen bis zum vollendeten 11. bis 14. Lebensmonat vorgesehen. 

 

Die Impfung gegen Meningokokken des Typs C wird als Standardimpfung ab dem vollendeten 12. Lebensmonat bis zum vollendeten 2. Lebensjahr empfohlen. Der Meningokokken-Konjugatimpfstoff sollte nicht gleichzeitig mit Pneumokokken-Konjugatimpfstoff oder MMR- und Varizellen-Impfstoff oder MMRV gegeben werden.  

 

Hinsichtlich der möglichen Interaktionen mit anderen Impfstoffen sind die jeweiligen Fachinformationen zu beachten. 

Änderung bei Impfung gegen Keuchhusten

Eine weitere Änderung betrifft die Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis): Da gegen Pertussis kein Einzelimpfstoff mehr verfügbar ist, soll bei jeder Auffrischimpfung gegen Tetanus/Diphtherie (auch im Verletzungsfall) die Notwendigkeit einer Pertussis-Impfung überprüft und gegebenenfalls ein Kombinationsimpfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis verwendet werden.  

Abrechnung der neuen Impfungen

Ob und wie diese neuen Impfungen abzurechnen sind, ist nicht einheitlich geregelt. Dies hängt damit zusammen, dass es keine generelle Verpflichtung der Krankenkassen zur Übernahme von Impfungen, die die STIKO empfiehlt, gibt. Nach dem SGB V gehören Impfungen nämlich nicht zum gesetzlich Leistungskatalog der Krankenkassen, sondern werden vertraglich mit den Krankenkassen vereinbart.  

 

Die meisten Krankenkassen haben inzwischen mit den KVen vereinbart, die Kosten für diese beiden neuen Impfungen zu übernehmen. Ob die Impfungen über die KV abgerechnet werden können oder im Rahmen der Kostenerstattung auf der Grundlage einer Privatliquidation, ist abhängig von den regionalen Impfvereinbarungen zwischen den Kassen und den KVen. Die meisten Impfvereinbarungen sehen die automatische Übernahme der STIKO-Empfehlungen vor. 

 

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bleibt Ärzten daher nichts anderes übrig als sich bei ihrer KV nach dem derzeit geltenden Abrechnungsmodus zu erkundigen.  

STIKO-Empfehlungen bald bindend für Krankenkassen?

Eine Änderung versprechen hier die Eckpunkte der Regierung zur Gesundheitsreform. Vorgesehen ist eine Regelung, wonach die jeweils aktuell von der STIKO empfohlenen Impfungen von den Krankenkassen bezahlt werden müssen. Die STIKO-Empfehlungen einschließlich Begründung können Sie im Internet unter www.rki.de in der Rubrik „Infektionsschutz“ nachlesen. 

Quelle: Ausgabe 09 / 2006 | Seite 7 | ID 84554