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01.11.2006 | EBM 2000plus

Ordinationskomplex und Praxisgebühr bei „Pillenverordnung“?

Frage: „Immer wieder kommen Patientinnen nur deswegen in unsere Praxis, um sich ein Wiederholungsrezept für orale Kontrazeptiva abzuholen. Da die Patientinnen dann zumeist keine weitere Behandlung wünschen, rechnen wir für die Verordnung die Nr. 01820 bzw. bei einer zusätzlichen Beratung die Nr. 01821 oder auch Nr. 01822 ab (eine Genehmigung zur Abrechnung der Nr. 01821 und 01822 wurde uns von der KV erteilt).  

 

Da es sich bei der Pillenverordnung nicht um eine kurative Krankenbehandlung und somit nicht um einen kurativ-ambulanten Fall handelt, ergibt sich für uns die Frage, ob bei diesen Patientinnen, sofern keine anderen Leistungen im Laufe des Quartals erbracht werden, der Ordinationskomplex berechnungsfähig ist und ob die Praxisgebühr erhoben werden muss?“ 

 

Antwort: Werden ausschließlich Leistungen der „Sonstigen Hilfen“ (Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbruch) im Laufe des Quartals erbracht, handelt es sich nicht um einen kurativ-ambulanten Behandlungsfall im Sinne des EBM. Damit ist auch der Ordinationskomplex nicht berechnungsfähig, weil dieser gemäß den Allgemeinen Bestimmungen 4.2 des EBM nur bei kurativ-ambulanten Fällen berechnet werden kann (gegebenenfalls auch bei kurativ-stationären [belegärztlichen] Fällen).  

 

Damit kann neben der „Pillenverordnung“ und einer Berechnung ausschließlich der Nrn. 01820, 01821 oder 01822 nicht der Ordinations-, sondern nur der Konsultationskomplex abgerechnet werden. Für Hausärzte ist dies die 03115 bzw. für Kinderärzte, die gelegentlich bei größeren Kindern bzw. Jugendlichen Kontrazeptiva verordnen müssen, die Nr. 04115.  

 

Die Praxisgebühr muss aber dennoch erhoben werden, weil es sich um eine Inanspruchnahme des Arztes handelt. Ausgenommen von der Erhebung der Praxisgebühr sind lediglich Fälle, in denen ausschließlich präventive Leistungen im Laufe des Quartals erbracht werden. Leistungen der „Sonstigen Hilfen“ und somit die Verordnung von Kontrazeptiva gehören aber nicht zu den präventiven Leistungen. Ärgerlicherweise werden Sie daher hin und wieder Diskussionen um die Erhebung der Praxisgebühr nicht vermeiden können, weil viele Patientinnen nicht einsehen, dass sie nur für eine Pillenverordnung die Praxisgebühr zahlen müssen. 

Quelle: Ausgabe 11 / 2006 | Seite 11 | ID 84608