logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

01.12.2006 | EBM 2000plus

Die für Hausärzte wichtigen EBM-Änderungen zum 1. Januar 2007

Wie bisher in jedem Quartal seit Inkrafttreten des EBM hat der Bewertungsausschuss auch jetzt wieder eine Reihe von EBM-Änderungen mit Wirkung zum 1. Januar 2007 beschlossen. Neben der Neuaufnahme der Akupunkturpositionen 30790 und 30791 (siehe ausführlichen Beitrag ab Seite 1) gibt es noch einige weitere Änderungen, die für Hausärzte relevant sind. Diese haben wir nachfolgend für Sie zusammengefasst. 

Berichtspflicht für Psycho-Leistungen

Hausärzten werden in Einzelfällen von ebenfalls hausärztlich tätigen Kollegen, die nicht über eine entsprechende Abrechnungsgenehmigung verfügen, Patienten zur Durchführung von Leistungen der psychosomatischen Grundversorgung aus dem Abschnitt 35.1, zum Beispiel für übende Verfahren (Nrn. 35111 bis 35113) oder Hypnose (Nr. 35120) oder auch zur Durchführung psychotherapeutischer Behandlungsmaßnahmen überwiesen. Für alle Leistungen der Abschnitte 35.1 (nicht antragspflichtige Leistungen) und 35.2 (antragspflichtige Leistungen) besteht ab 1. Januar 2007 eine Berichtspflicht an den Hausarzt. Diese Berichtspflicht betrifft auch Hausärzte, die beispielsweise auf Überweisung eines Hausarztkollegen derartige Behandlungsmaßnahmen durchführen, aber die allgemeine hausärztliche Betreuung eines Patienten nicht übernommen haben. 

 

Leistungen der Abschnitte 35.1 und 35.2 können ab 1. Januar 2007 in diesen Fällen somit nur dann abgerechnet werden, wenn dem Hausarzt ein Brief nach Nr. 01600 bzw. Nr. 01601 geschickt wird. 

Klarstellung zum dringenden Besuch im Notdienst

Der Bewertungsausschuss hat klargestellt, dass der dringende Besuch nach Nr. 01412 neben dem Ordinationskomplex im organisierten Notfalldienst (Nr. 01210) nicht berechnet werden kann. Die Beschlussfassung des Bewertungsausschusses ist jedoch missverständlich formuliert. Aus der geänderten dritten Anmerkung zu den Nrn. 01210 und 01412 könnte man nämlich schließen, dass eine Berechnung des dringenden Besuchs nach Nr. 01412 neben dem Konsultationskomplex im organisierten Notfalldienst (Nrn. 01215 bis 01217) möglich ist.  

 

Der Berechnungsausschluss für die Nr. 01412 im Rahmen des organisierten Notfalldienstes ergibt sich aber aus der ersten Anmerkung zu dieser Gebührenposition. Danach ist die Leistung nach der Nr. 01412 im Rahmen des organisierten Notfalldienstes nicht berechnungsfähig. Besuche im organisierten Notfalldienst sind daher wie bisher ausschließlich nach der Nr. 01411 abzurechnen – und zwar unabhängig von der Tages- und Nachtzeit, zu der der Besuch durchgeführt wird. Der Bewertungsausschuss hat es offenbar versäumt, in diese Klarstellung auch die Konsultationskomplexe nach Nrn. 01215 bis 01217 aufzunehmen. 

Neuer postoperativer Behandlungskomplex für Hausärzte

Hausärzte rechnen gegenwärtig für die auf Überweisung des Operateurs durchgeführte postoperative Behandlung nach einer ambulanten bzw. belegärztlichen Operation aus dem Kapitel 31.2 einen dem jeweiligen Eingriff zugeordneten postoperativen Behandlungskomplex aus dem Abschnitt 31.4.2 (Nrn. 31601 ff.) ab.  

 

Dies ändert sich zum 1. Januar 2007. Der Bewertungsausschuss hat einen nur für Hausärzte abrechenbaren postoperativen Behandlungskomplex nach ambulanten oder belegärztlichen Operationen (Abschnitt 31.2) als Nr. 31600 in den EBM aufgenommen. Dieser neue postoperative Behandlungskomplex für Hausärzte ist mit 405 Punkten überwiegend niedriger bewertet als die bisherigen Komplexpositionen.  

 

Leistungslegende der neuen Nr. 31600 ab 1. Januar 2007

EBM-Nr. 

Legende 

Punkte 

31600 

Postoperative Behandlung durch den Hausarzt nach der Erbringung eines Eingriffs des Abschnitts 31.2 bei Überweisung durch den Operateur 

Obligater Leistungsinhalt 

  • Befundkontrolle(n),
  • Befundbesprechung(en)

Fakultativer Leistungsinhalt 

  • Verbandwechsel,
  • Anlage und/oder Wechsel und/oder Ändern eines immobilisierenden Verbands,
  • Drainagewechsel,
  • Drainageentfernung,
  • Einleitung und/oder Kontrolle der medikamentösen Therapie,

einmalig im Zeitraum von 21 Tagen nach Erbringung einer Leistung des Abschnitts 31.2 

405 

 

Die Leistung nach Nr. 31600 ist im Zeitraum von 21 Tagen nach Erbringung einer Leistung des Abschnitts 31.2 nicht neben den Leistungen nach den Nrn. 02300 bis 02302, 02310, 02340, 02341, 02350 und 02360 berechnungsfähig. 

 

Hausärzte, die von ihrer KV aus Sicherstellungsgründen eine Genehmigung zum ambulanten Operieren für bestimmte operative Eingriffe erhalten haben, können die Nr. 31600 für die postoperative Behandlung nicht abrechnen. Die Nr. 31600 ist nämlich nur bei Überweisung durch den Operateur abrechenbar. 

 

Praxistipp: Wir empfehlen diesen Hausärzten, bei ihrer KV ebenfalls aus Sicherstellungsgründen die (weitere) Abrechnung der entsprechenden postoperativen Behandlungskomplexe aus dem neuen Abschnitt 31.4.3 (Postoperative Behandlungskomplexe im Fachärztlichen Versorgungsbereich) zu beantragen. 

Klarstellung zu mehrfachen Inanspruchnahmen des Arztes

Der Bewertungsausschuss hat klargestellt, dass bei mehr als einer Inanspruchnahme des Arztes an demselben Tag der Konsultationskomplex zusätzlich zum Ordinationskomplex oder der Konsultationskomplex mehr als einmal berechnet werden kann, wenn die Inanspruchnahmen durch die Beschaffenheit der Erkrankung geboten waren. In diesen Fällen ist zur „Trennung“ der abgerechneten Leistungen jeweils die Uhrzeit der Erbringung anzugeben, also zum Beispiel „03111 (8.15 Uhr), 03115 (16.20 Uhr)“. 

Quelle: Ausgabe 12 / 2006 | Seite 5 | ID 84626