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BG- Abrechnung

Kann bei der Behandlung von Berufskrankheiten besondere Heilbehandlung abgerechnet werden?

Ob bzw. wann bei der Behandlung vonBerufskrankheiten nach dem Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger eine Möglichkeit besteht, dieSätze der besonderen Heilbehandlung abzurechnen und welcheVoraussetzungen hierfür erfüllt sein müssen,darüber bestehen bei vielen Ärzten offensichtlichInformationsdefizite.

Zum Verfahren

Nach § 45 des Vertrages muss dieBerufsgenossenschaft bei Vorliegen einer Berufskrankheit dem Arztunverzüglich mitteilen, ob und ab welchem Zeitpunkt Heilbehandlungzu Lasten des Unfallversicherungsträgers durchzuführen ist.

Keine Unterscheidung in allgemeine und besondere Heilbehandlung

Da der Vertragstext nur noch den Oberbegriff„Heilbehandlung“ verwendet und keine Aussage zu der sonstüblichen Unterscheidung in allgemeine und besondere Heilbehandlungtrifft, wird der Schluss gezogen, dass letztere bei der Behandlung vonBerufskrankheiten nicht mehr möglich ist. Dies ist aber so nichtrichtig, denn neben den Arbeitsunfällen sind auchBerufskrankheiten Versicherungsfälle und fallen in dieZuständigkeit der Unfallversicherung. Jeder Arzt, der denbegründeten Verdacht hat, dass bei einem Versicherten eineBerufskrankheit besteht, wiederauflebt oder sich verschlimmert, istverpflichtet, dies dem Unfallversicherungsträger unter Verwendungdes Vordrucks „Ärztliche Anzeige über eineBerufskrankheit“ zu melden.

Eine Berufskrankheit ist dann anzunehmen, wennzwischen der Tätigkeit, der dabei eingetretenen gesundheitlichenSchädigung und der daraus entstehenden Krankheit ein Zusammenhangbesteht. Für das Ausstellen der Anzeige können derBerufsgenossenschaft 15,22 Euro in Rechnung gestellt werden. Mit derErstattung dieser Anzeige sind jedoch nicht automatisch auch die wegender Behandlung der Krankheit erforderlichen ärztlichenMaßnahmen gegenüber der Berufsgenossenschaft zu berechnen.Hierfür ist stets ein besonderer Behandlungsauftrag desUnfallversicherungsträgers erforderlich. Erst wenn dieBerufsgenossenschaft ihre Leistungspflicht – insbesondere nachPrüfung der Kausalität anerkennt – wird diese denAuftrag zur Behandlung erteilen. Vorher ist die Behandlung zu Lastendes Unfallversicherungsträgers nicht möglich.

Achtung: Währenddes Feststellungsverfahrens durch die Berufsgenossenschaft, ob eineErkrankung als Berufskrankheit anzuerkennen ist, bleibt für dieBehandlung des Patienten vorerst die zuständige KrankenkasseKostenträger. Besteht kein Anspruch gegen eine gesetzlicheKrankenkasse, sind die notwendigen Leistungen privat zu liquidieren.

Kein besonderes Verfahren für die Behandlung von Berufskrankheiten

Mit dem Behandlungsauftrag teilt dieBerufsgenossenschaft dem Arzt grundsätzlich auch mit, ob dieBehandlung zu den Sätzen der allgemeinen oder besonderenHeilbehandlung erfolgen soll. Bezogen auf den Einzelfall kann dieBerufsgenossenschaft somit nach Art und Schwere der Erkrankung auchweiterhin eine besondere Heilbehandlung einleiten. Dies liegt jedoch inder dem Unfallversicherungsträger vom Gesetzgebereingeräumten Entscheidungskompetenz und dürfte – wiebisher – nur für Ausnahmefälle in Frage kommen.Für die Entscheidung zur besonderen Heilbehandlung sind neben derIntensität der Behandlung auch damit einhergehende besondereAnforderungen an die personelle und apparative Ausstattung derArztpraxis ausschlaggebend.

Tipp

Wenden Sie sich an die Berufsgenossenschaft, wennSie im Einzelfall für einen Patienten mit einer anerkanntenBerufskrankheit die Durchführung besonderer Heilbehandlungfür erforderlich halten. Legen Sie die Gründe dar, warum aufGrund von Art und Schwere der Erkrankung ein besonderer apparativerund/oder personeller Behandlungs- und/oder Betreuungsaufwanderforderlich ist, um eine Entscheidung für die besondereHeilbehandlung zu erreichen. Dies gilt auch für Fälle, indenen eine Behandlung zu den Sätzen der allgemeinen Heilbehandlungbegonnen worden ist und ab einem bestimmten Zeitpunkt wegen desfortschreitenden Krankheitsverlaufs – zum BeispielKrebserkrankung im Endstadium – die Intensität derBehandlung und der Betreuungsaufwand erheblich zunimmt.

Quelle: Abrechnung aktuell - Ausgabe 01/2003, Seite 5

Quelle: Ausgabe 01 / 2003 | Seite 5 | ID 100123