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Aktuelle Fallbeispiele

Die Grippeschutzimpfung in der Hausarztpraxis – eine nicht budgetierte Leistung!

Winterzeit – Grippezeit – Influenzazeit. Die Influenza ist weltweit begleitet von einer erheblichen Mortalität. Trotzdem gehört die Grippeschutzimpfung zu den am wenigsten akzeptierten prophylaktischen Maßnahmen. Dies ist bemerkenswert, denn: Die Impfstoffe wurden in den letzten zwanzig Jahren bezüglich der Wirksamkeit und Sicherheit ständig verbessert und sie werden jährlich in ihrer Zusammensetzung aktualisiert. Wie klinisch-epidemiologische Studien gezeigt haben, wird durch die Impfung einmal das Auftreten der Symptomatik in 30 bis 40 Prozent der Infizierten verhindert und bei 60 bis 70 Prozent verläuft die Infektion milder. Die Durchimpfung der älteren Personen sowie der Risikopatienten ist von besonderer Wichtigkeit.Gefährdete Personen, denen eine Influenza-Impfung zu empfehlen ist, sind: Personen über 65 Jahre; Bewohner von Alten-und Pflegeheimen; Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen, Nierenschäden, Immunsuppression; Kinder und Jugendliche unter Langzeitbehandlung mit ASS.

Der Fall

68jährige übergewichtige Patientin (Rentnerin/Ersatzkasse) mit nicht insulinpflichtigem Diabetes mellitus Typ 2 stellt sich zur Blutzuckerkontrolle vor. Es bestehen außerdem eine ausgeprägte Hypertonie, eine Herzinsuffizienz sowie eine Hyperlipidämie. Wegen des Vorliegens mehrerer Risikofaktoren wird der Patientin zur Durchführung der Grippeschutzimpfung geraten. Der behandelnde Arzt bespricht dies ausführlich mit ihr. Anschließend untersucht er sie, um eine die Impfung kontraindizierende Erkrankung auszuschließen.

Die Abrechnung

Beachten Sie:

  • Impfleistungen sind  immer neben der Konsultationsgebühr (beim Erstkontakt neben der Ordinationsgebühr) abrechenbar, sofern zusätzlich ein kurativer Kontakt notwendig war.
  • Impfleistungen sind neben allen kurativen Leistungen abrechenbar.
  • Die Vergütung der Impfleistung erfolgt außerhalb des Gesamthonorarbudgets.

Abgerechnet wird die Grippeschutzimpfung bei den Ersatzkassen wie alle Erstimpfungen mit Nr. 8900. Bei den Primärkassen erfolgt die Abrechnung und Vergütung in den verschiedenen KV-Bereichen unterschiedlich (siehe Übersicht auf der nächsten Seite). Bei Privatpatienten, Bundesbahnbeamten und Postbeamten B ist zu berücksichtigen, daß neben der Impfleistung nach Nr. 375 die Impfberatung nach Nr. 1 und auch die notwendige Untersuchung nach den Nrn. 5, 6, 7 oder 8 GOÄ – zum Ausschluß einer die Impfung kontraindizierenden Erkrankung – immer abgerechnet werden kann. Im Zusammenhang mit der Grippeschutzimpfung bleibt es natürlich jedem Vertragsarzt überlassen, den gesamten Impfstatus seines Patienten zu überprüfen und im Bedarfsfall zu vervollständigen.

Für den niedergelassenen Vertragsarzt ist die Impfung auch von wirtschaftlichem Interesse, da Impfungen außerhalb des Praxisbudgets vergütet werden. Deshalb sollte man gerade jetzt die Gelegenheit nutzen, mit dem Patienten den Umgang mit der Virusgrippe und die therapeutischen Möglichkeiten (10 Minuten lang) sowie den Vorteil der Grippeschutzimpfung ausführlich zu besprechen. Für die Erörterung des Krankheitsbildes und der therapeutischen Möglichkeiten ist die Nr. 10 EBM durchaus berechnungsfähig, nicht jedoch für die Erörterung über den Nutzen der Impfung. Letzteres ist nach den Impfvereinbarungen mit in der Impfleistung abgegolten.

Mit der Impfleistung abgegoltene Leistungen:  Information über den Nutzen der Impfung,

Hinweise auf Nebenwirkungen und Komplikationen, Hinweise auf Verhaltensmaßnahmen nach der Impfung, Aufklärung über Eintritt und Dauer des Impfschutzes, Hinweis auf Wiederholungs- und Auffrischimpfung, Erhebung der Impfanamnese, Befragung nach Befindlichkeitsstörungen zum Ausschluß akuter Erkrankungen und die Eintragung im Impfpaß.

Achtung, wichtiger Hinweis: Kreuzen Sie auf dem Rezept neben dem Kästchen Nr. 9 für Sprechstundenbedarf zusätzlich das Kästchen Nr. 8 an. Damit ist sichergestellt, daß der Impfstoff weder dem Arzneimittelbudget zugeschlagen noch in die Prüfung Ihrer Verordnungsweise einbezogen wird.

Quelle: Abrechnung aktuell - Ausgabe 12/1998, Seite 14

Quelle: Seite 14 | ID 99743