Praxiswissen auf den Punkt gebracht.
logo
  • Meine Produkte
    Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen.
Menu Menu
MyIww MyIww
  • ·Familienrecht

    Der Ehevertrag des Zahnarztes: Für den Scheidungsfall besser Vorsorgen als Nachsehen

    Bild:©magele-picture - stock.adobe.com

    von RAin, FAin für ErbR, FAin für FamR Nicole Kania, Köln

    | Gerade der selbstständige Zahnarzt sollte nicht auf einen Ehevertrag verzichten ‒ egal, ob die Praxis bei Eingehung der Ehe schon existiert oder erst später gegründet wird und unabhängig von (un-)romantischen Gefühlen. Denn im Worst Case einer Ehescheidung können andernfalls die wirtschaftlichen Folgen fatal sein und sogar bedeuten, dass die Praxis verwertet werden muss, um rechtmäßige Ansprüche des Ehepartners erfüllen zu können. Dies können Sie durch eine rechtzeitige, vertragliche Regelung umgehen. |

     

    Die gesetzlichen Folgen einer Scheidung ohne Ehevertrag

    Infolge einer Trennung und nachfolgenden Scheidung von Ehegatten gilt nach der gesetzlichen Rechtslage ‒ also ohne Ehevertrag ‒ der Ausgleich der ehelichen Zugewinngemeinschaft. Die Zahnarztpraxis eines Ehegatten unterliegt in einem solchen Fall vermögensrechtlich mit ihrem gesamten Wert dem sog. Endvermögen des Inhabers. Sie ist daher als Zugewinn auszugleichen. Das bedeutet, dass der Ehepartner wertmäßig die Hälfte der Praxis erhält ‒ zusätzlich zu einem Ausgleich bzgl. anderer Vermögenswerte wie Immobilien, Bank- und Sparguthaben etc.

     

    Wichtig | Dies kann dazu führen, dass die Praxis verwertet werden muss, damit der Zugewinnausgleichsanspruch erfüllt werden kann. Dieser Anspruch ist im Regelfall sofort fällig, wenn die Ehe rechtskräftig geschieden ist. Der Praxisinhaber muss dann sofort zahlen, um eine Zwangsvollstreckung in sein Vermögen zu vermeiden.