· Fachbeitrag · Fehlzeiten-Report 2026
Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen in zehn Jahren um 42 Prozent gestiegen
Die Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen sind bei den AOK-versicherten Beschäftigten in den vergangenen zehn Jahren um knapp 42 Prozent gestiegen. Während 2016 noch 284 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Mitglieder zu verzeichnen waren, lag dieser Wert 2025 bei 403 Tagen je 100 Mitglieder. Das zeigen die Analysen des aktuellen Fehlzeiten-Reports 2026 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) mit dem Schwerpunktthema „Mentale Gesundheit in der Arbeitswelt stärken“ ( iww.de/s16399 ).
Die stetige Zunahme von Krankmeldungen aufgrund psychischer Erkrankungen und die damit verbundenen langen Ausfallzeiten der Beschäftigten sind wesentliche Treiber für den Anstieg der Fehlzeiten in den vergangenen Jahren. Die längsten Ausfallzeiten bei den psychischen Erkrankungen entfielen laut Report auf die Diagnose „Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen“, gefolgt von depressiven Episoden und wiederkehrenden depressiven Störungen. In der Beschäftigten-Befragung, die den Fehlzeiten-Report 2026 flankiert, wird deutlich, dass Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation oder die Angst vor Arbeitslosigkeit bei den Beschäftigten mit mehr Belastungen wie Niedergeschlagenheit, Wut oder Erschöpfung einhergehen. Angesichts einer zunehmend angespannten wirtschaftlichen Situation in Deutschland ist davon auszugehen, dass sich sowohl die Sorgen als auch die psychischen Belastungen verstärken werden, was sich perspektivisch auch negativ auf die Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen auswirken könne. Es gelte daher, im betrieblichen Setting unterstützende Angebote zu entwickeln, die helfen, die Situation für Beschäftigte zu entlasten