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  • · Fachbeitrag · Patientenkommunikation

    Studie: Farbe der Berufskleidung beeinflusst das Image des Arztes beim Patienten

    | Die Farbe der Berufskleidung hat großen Einfluss darauf, wie Patienten den behandelnden Arzt im Krankenhaus wahrnehmen. Das belegt eine Studie aus den USA. [1] |

     

    US-Studie: Schwarz wirkt am schlechtesten, dunkelblau am besten

    Befragt wurden 113 erwachsene Patienten und Besucher des Medical Center an der University of North Carolina. Die Befragten wurden nach Altersgruppen (18‒30 Jahre, 31‒60 Jahre und > 60 Jahre) und Geschlecht aufgeteilt. Den Probanden wurden insgesamt jeweils acht Fotos vorgelegt. Auf jedem Foto war eine Ärztin / ein Arzt in grüner, hellblauer, dunkelblauer und schwarzer Berufskleidung zu sehen. Als Vorbild für diese Farbauswahl dienten die Farben medizinischer Berufskleidung in TV-Serien wie „M*A*S*H“, „Greys Anatomy“ oder „Chicago Med“.

     

    • Wesentliche Ergebnisse der Farbwahrnehmung
    • Grüne Berufskleidung wurde bei Männern (45,1 Prozent) und bei Frauen (41,6 Prozent) am häufigsten mit chirurgischen Tätigkeiten in Verbindung gebracht, mitunter aber auch mit Hausmeistern oder Reinigungspersonal.
    • Schwarze Bekleidung schnitt ‒ bezogen auf die Wahrnehmung des Arztes als fürsorglich, vertrauenswürdig, sachkundig und geübt ‒ am schlechtesten ab. Schwarz wurde gemeinhin mit einem Leichenbestatter assoziiert. Nach Alter und Geschlecht gab es hierbei keine signifikanten Unterschiede.
    • Ärztinnen (48,7 Prozent) und Ärzte (56,6 Prozent) in dunkelblauer Kleidung wurden als am fürsorglichsten wahrgenommen.
    • Die jüngste Altersgruppe nahm Männer, die grüne und hellblaue Arztkleidung trugen, als am wenigsten vertrauenswürdig und fürsorglich wahr.
     

    Schweizer Studie gibt dem klassischen Weiß den Vorzug

    Schon vor einigen Jahren hatte eine Studie aus der Schweiz untersucht, wie die Berufskleidung die Wahrnehmung von Ärztinnen und Ärzten bei den Patienten beeinflusst (Details unter iww.de/cb > Abruf-Nr. 46163265). Bevorzugt war dabei die Kombination aus weißer Berufskleidung und ‒ soweit erlaubt ‒ weißem Kittel. Nicht medizinische Businesskleidung wurde bei Ärzten am wenigsten akzeptiert. Ein Viertel war der Meinung, dass die Kleidung auch ihr Urteil über die Behandlung beeinflusse. Patienten in der Altersgruppe ab 65 Jahren aufwärts wurden in ihrer Wahrnehmung des Arztes durch die Berufskleidung stärker beeinflusst als jüngere Patientengruppen. [2]

     

    Weiterführender Hinweis

    • [1] Hribar C A et al.: Association Between Patient Perception of Surgeons and Color of Scrub Attire. In: JAMA Surg. 2023; 158 (4): 421‒423. doi.org/10.1001/jamasurg.2022.5837
    • [2] Zollinger M, Houchens N, Chopra V et al. Understanding patient preference for physician attire in ambulatory clinics: a cross sectional observational study. BMJ open 2019; 9: e026009. doi.org/10.1136/bmjopen-2018-026009
    Quelle: Seite 20 | ID 49597842