· Fachbeitrag · Analyse
Fachkräfte selbst auszubilden, lohnt sich!
von Alexandra Buba M. A., Wirtschaftsjournalistin, Fuchsmühl
Ausbilden kostet – vor allem Zeit und damit letztlich auch Geld. Doch viele Zahnarztpraxen erleben die Ausbildung von eigenen ZFA gerade als ihre einzige Chance im Kampf um Fachkräfte. Dass sie damit auch finanziell nicht ganz falsch liegen, zeigt eine aktuelle Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn.
Eine halbe Million Fachkräfte fehlen
Mindestens eine halbe Million Fachkräfte fehlen in Deutschland nach Expertenschätzung – viele davon im Gesundheitswesen. Die Lösung, die Praxen und Kliniken finden, liegt häufig in der Ausbildung. Dass sie damit wirtschaftlich sinnvoll handeln, indiziert die Analyse des BIBB. Dieses berechnet jährlich die Kosten, die durch Auszubildende entstehen und setzt sie zu denen der Rekrutierung von Fachpersonal in Beziehung. Dabei erfasst das BIBB bei den Azubis nicht nur Kosten für das Bewerbungsverfahren, sondern auch alle finanziellen Aspekte, die nach dem Vertragsabschluss liegen. Das sind neben Vergütung und externen Weiterbildungskosten insbesondere die Bezifferung der Arbeitszeiteinbuße durch internes informelles Training durch das Stammteam sowie die Kosten durch anfängliche Produktivitätsunterschiede der Azubis zu durchschnittlich qualifizierten Fachkräften im Betrieb.
Im Ausbildungsjahr 2022/2023 entstanden nach BIBB-Analysen den Ausbildungsbetrieben im Durchschnitt über alle Ausbildungsjahre Bruttokosten in Höhe von 26.210 Euro pro Ausbildungsjahr. Tatsächlich schlugen hierbei laut Analyse die Ausbildungsvergütungen mit 60 Prozent am stärksten zu Buche, hierfür wendeten die Betriebe im Durchschnitt 15.808 Euro auf: 11.601 Euro entfielen auf die Bruttoausbildungsvergütungen und 2.900 Euro auf gesetzliche Sozialleistungen. Zweitgrößter Kostenfaktor mit 6.471 Euro beziehungsweise einem Anteil von 25 Prozent waren die Aufwendungen für das Ausbildungspersonal.
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