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Wirtschaftliche Praxisführung

Check up für Praxiskosten und Privatausgaben

Nach den neuesten statistischen Daten der KZBVhaben die Zahnärzte im Jahr 1996 ihren Praxisgewinn im Vergleichzum Vorjahr steigern können. Bezogen auf den Praxisinhaber wurdenfolgende Zahlen ermittelt:

  • Alte Bundesländer

    Der Einnahmen-Überschuß stieg um 3,7 Prozent von 191.388 DM auf 198.507DM. Der Median liegt bei DM 170.700. Das heißt: 50 Prozent derPraxisinhaber liegen über diesem Wert, 50 Prozent darunter.
  • Neue Bundesländer

    Der Einnahmen-Überschuß je Praxisinhaber erhöhte sich um 9,5 Prozentvon 148.540 DM auf 162.623 DM. Der Median beträgt 146.300 DM.    

Auffällige Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern

Die Ursachen für diese Entwicklung sind:

  • Einnahmenerhöhung und Kostendisziplin,
  • Einnahmenerhöhung und sinkende Abschreibungen.

Darüber hinaus sind folgende Unterschiede auffällig.

  • Die Gesamteinnahmen sind um 4,0 Prozent gegenüber 1995gestiegen. Da die Betriebsausgaben der Praxis nur um 4,2 Prozentangestiegen sind, führte dies zu einer verbessertenGewinnsituation.
  • Der Anstieg der Gesamteinnahmen ist mit 4,3 Prozentgeringfügig höher als in den alten Bundesländern. Dagleichzeitig die Steigerung der sonstigen Betriebsausgaben durchsinkende Abschreibungen teilweise kompensiert wurde, ist eine deutlicheZunahme des Praxisgewinns zu vermelden.

Die Einzelheiten zur Entwicklung desEinnahmen-Überschusses haben wir auf den Seiten 8 bis 9abgedruckt. Die Tabellen geben Ihnen einen Überblick über dieWerte je Praxisinhaber und enthalten die Einnahmen aus derKassenabrechnung sowie der Privatliquidation. Die Praxiskosten sindaufgefächert nach Personalkosten, Ausgaben fürFremdlaboratorien, Ausgaben für Material (Praxis und Labor),Raumkosten, Zinsen sowie Abschreibungen. Auf den Seiten 10 und 11 sindweitere interessante Tabellen abgedruckt, die Ihnen einen verfeinertenÜberblick über die Kostenstrukturen in Einzelpraxen geben. Indiesen Tabellen sind die Kosten nämlich nach Umsatzklassen sowienach dem Alter des Praxisinhabers aufgelistet.

Maßnahmen zur wirtschaftlichen Praxisführung

Der Blick zurück ist allerdings nur sinnvoll,wenn Sie dies gleichzeitig zum Anlaß nehmen, sich Ihrewirtschaftliche Situation der nächsten Jahre vor Augen zu haltenund zu planen. Da auf der Einnahmenseite mit keinem nennenswertenWachstum zu rechnen ist, sollten Sie das Augenmerk auf Ihre Kostenrichten, damit Ihnen in Zukunft keine unangenehmen Bankgesprächedrohen. Die folgende Checkliste, die die Experten der Steuerberater-und Rechtsanwaltskanzlei „Fuchs + Martin“ aus Volkacherstellt haben, hilft Ihnen dabei:

1. Überprüfung Ihres Investitionsverhaltens

Sie sind zwar gezwungen, Ihre Praxiseinrichtung ingutem, funktionsfähigem Zustand zu halten. Bedenken Sie aber,daß eine Investition nicht nur Ihren Ansprüchen alsZahnmediziner genügen muß, sondern Sie sich auchgleichzeitig als Unternehmer Gedanken über die wirtschaftlicheRentabilität machen sollten. Mit anderen Worten: Kosten und Nutzenmüssen sich entsprechen. Vergessen Sie hierbei nicht, dieFinanzierungsfrage zu bedenken. Eine Investition aus Rücklagenrechnet sich eher als eine Fremdfinanzierung. Bedenken Sie, daßauch Leasing nur ein – in der Regel sehr teures –Finanzierungsinstrument darstellt.

2. Liquiditätsengpässe vermeiden

Die Finanzierung von Praxiseinrichtung und-geräten sollte nicht länger als die steuerliche Abschreibunglaufen. Sie können dann die Tilgung quasi aus der Abschreibungheraus finanzieren, da die Tilgungen als solche den steuerlichen Gewinngenausowenig mindern, wie sich Darlehensaufnahmen gewinnerhöhendauswirken.

3. Überprüfen Sie Ihre Kostenstruktur

Nehmen Sie sich Ihre betriebswirtschaftlicheAuswertung oder die letzte Gewinnermittlung vor und gehen Sie jedePosition einzeln durch.

Die statistischen Zahlen weisen teilweise unterschiedliche Entwicklungen im Bereich der Personalausgabenauf. Die Zahl der Beschäftigten je Praxis stagniert in den altenBundesländern und ist in den neuen Bundesländern weiterhinansteigend (+ 0,05). Da auch Gehalt und Nebenkosten angestiegen sind,erhöhten sich die Personalkosten in den alten Bundesländernabsolut um 3,0 Prozent (neue Bundesländer: 8,2 Prozent).Bezogen auf die Gesamteinnahmen ist in den alten Bundesländern einRückgang um 0,2 Prozent auf 20,8 Prozent zu vermelden. In denneuen Bundesländern dagegen erhöhten sich die Personalkostenerneut. Von 1995 auf 1996 ergab sich ein Anstieg um 0,5 Prozent von15,9 Prozent auf 16,4 Prozent. Prüfen Sie, ob Sie wirklich alleMitarbeiter im bisherigen Umfang benötigen.

In den alten Bundesländern sind erneut die Ausgaben für Material für Praxis und Eigenlaborsowohl absolut als auch relativ gestiegen. Sie betrugen 5,61 Prozent(Vorjahr: 5,41 Prozent) bezogen auf die Einnahmen. Dahinter könntesich eine gewisse Großzügigkeit oder auchWegwerfmentalität verbergen. Prüfen Sie, inwieweit Sie aufMehrwegartikel umsteigen können und auf welche Sachen Sievöllig verzichten können. Hinterfragen Sie dasEinkaufsverhalten der Praxis.

Benennen Sie eine verantwortliche Helferin, diesämtliche Bestellungen erledigt und weisen Sie diese an,günstige Gebindegrößen zu ordern ohne gleichzeitig einWarenlager mit Vorräten für mehrere Jahre anzuhäufen.Das darin gebundene Kapital finanzieren Sie möglicherweise mitKontokorrentzinsen, ganz zu schweigen davon, daß Sie Teile davonwegen Überlagerung wieder wegwerfen müssen.

In den neuen Bundesländern war der Trendgegenläufig. Sowohl absolut, als auch bezogen auf die Einnahme istein Rückgang zu verzeichnen auf 4,2 Prozent (Vorjahr:4,5 Prozent).

Bei den Finanzierungskostenist festzustellen, daß diese in den alten Bundesländern mit2,5 Prozent wiederum weniger als die Betriebsausgaben insgesamt (4,2Prozent) gestiegen sind. Weiterhin gegensätzlich ist dieEntwicklung in den neuen Bundesländern: Dort fällt auf,daß die Zinsen um 12,7 Prozent gestiegen sind, während sichdie Gesamtbetriebsausgaben – allerdings auch durch sinkendeAbschreibungen bedingt – nur um mäßige 2,2 Prozenterhöht haben.

Im Bereich der Kontokorrentzinsensollten Sie darauf achten, daß Sie Ihren Kontokorrentrahmen nursoweit in Anspruch nehmen, daß Sie ihn innerhalb von drei bissechs Monaten zurückführen können. Für längereFinanzierungen sollten Sie zinsgünstige Darlehen in Anspruchnehmen. Scheuen Sie sich nicht, Ihrer Bank Sicherheiten zu geben, dennihr gegenüber haften Sie regelmäßig sowieso mit Ihremgesamten Vermögen. Lassen Sie sich dafür im Gegenzuggünstigere Zinskonditionen einräumen. Denken Sie bei IhremGespräch über Zinskonditionen daran, daß sich dieZinsen derzeit auf historischem Tiefstand bewegen. Achten Sie darauf,daß der vereinbarte Kontokorrentrahmen Ihrem Bedarf entspricht.Überziehungen über den vereinbarten Kontokorrent hinauswerden von den Banken mit Strafzinsen (Überziehungszinsen) belegt,die in der Regel 3 bis 5 Prozent zusätzlich zu denKontokorrentzinsen betragen.

Auch die langfristigen Finanzierungensollten Sie daraufhin überprüfen, ob Sie Praxisfinanzierungenzu den heute absolut günstigen Bedingungen verlängernkönnen. Allgemein wird mit der Eurowährung ein Zinsanstiegerwartet. Sie sollten Ihre Finanzierung daher so planen, daß Siedie Darlehen möglichst innerhalb der vereinbarten Zinsbindungszeitzurückzahlen. Im Falle von Liquiditätsengpässenmüssen Sie mit Ihrer Bank eine Verringerung derTilgungssätze, notfalls auch eine vorübergehende Aussetzungder Tilgungszahlen vereinbaren.

4. Steuersparmodelle

Als oberste Maxime sollten Sie den Grundsatz beachten „Tu nie etwas nur der Steuer wegen“.Es ist sicher reizvoll, Steuern zu sparen. Hierzu gab und gibt esgenügend Möglichkeiten. Sie sollten aber einen Aspekt nie ausden Augen verlieren: Auch wenn Sie den Spitzensteuersatz von derzeit 53Prozent bezahlen, dazu noch Solidaritätszuschlag undKirchensteuer, bringen Ihnen 100 DM Kosten maximal 60 DM anSteuerersparnis. Den Restbetrag von 40 DM bezahlen immer Sie. Weitmehr bezahlen Sie dann, wenn sich eine Steuersparanlage nichtplanmäßig entwickelt.

5. Forsten Sie Ihre Versicherungsverträge durch

Machen Sie eine Aufstellung aller bestehendenVersicherungen. Prüfen Sie dann kritisch, ob die Versicherung alssolche und wenn ja, noch in der bisherigen Höhe sinnvoll ist.Versuchen Sie Einsparungen durch die Vereinbarung von Selbstbehalten zuerzielen. Denken Sie daran, daß Versicherungen vorwirtschaftlichen Katastrophen schützen, nicht jedoch zurErstattung von Kleinstbeträgen abgeschlossen werden sollen. VieleVersicherungen gewähren Rabatte von bis zu 5 Prozent beijährlicher Beitragszahlung.

I. Steuerliche Einnahmen-Überschuß-Rechnung je Praxisinhaber

1. alte Bundesländer

I. Steuerliche Einnahmen-Überschuß-Rechnung je Praxisinhaber

2. neue Bundesländer

II. Kostenstrukturen in Einzelpraxen nach Alter des Praxisinhabers

1. alte Bundesländer

2. neue Bundesländer

III. Kostenstrukturen nach Gesamteinnahmen des Praxisinhabers

1. alte Bundesländer

III. Kostenstrukturen nach Gesamteinnahmen des Praxisinhabers

2. neue Bundesländer

IV. Beschäftigte je Praxis

1. alte Bundesländer (Durchschnittswerte)

2. neue Bundesländer (Durchschnittswerte)

Quelle: „KZBV-Jahrbuch 97“, KZBV

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 02/1998, Seite 5

Quelle: Ausgabe 02 / 1998 | Seite 5 | ID 108406