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Vermögensübertragung auf Kinder

Mittelbare Grundstücksschenkung oder Übertragung von Lebensversicherungen?

Wer seinen Kindern Mittel schenken will, damitdiese eine Immobilie erwerben können, sollte nachsteuergünstigen Lösungen suchen. Hier hat sich bislang diesogenannte mittelbare Grundstücksschenkung angeboten. Der Vorteilgegenüber einer Geldschenkung lag darin, daß nicht derNennwert der Schenkung, sondern nur der Einheitswert desGrundstücks der Schenkungsteuer unterlag. Nach der Reform desBewertungsgesetzes ist diese Form der Vermögensübertragungaber nicht mehr generell zu empfehlen. Ein Schlupfloch bietet dieÜbertragung einer Lebensversicherung, da diese nur mit dem2/3-Wert besteuert wird. Soll zugleich der Erwerb einer Immobiliefür die Kinder finanziert werden, so kann dies mit derRückvergütung aus der Lebensversicherung geschehen, die denKindern nach der Übertragung zusteht. Lesen Sie hierzu dennachfolgenden Beitrag.

Die mittelbare Grundstücksschenkung

Für die Übertragung vonGrundstücken galt als Bemessungsgrundlage für dieSchenkungsteuer bisher der (um 40 Prozent erhöhte) Einheitswertvom 1. Januar 1964. Die Rechtsprechung setzte die niedrigenEinheitswerte auch dann an, wenn nicht das Grundstück selbst,sondern das Geld für den Kauf des Grundstücks geschenktwurde. Man nannte dies „mittelbare Schenkung einesGrundstücks“.

Die Abgrenzung war nicht immer einfach, da dieGestaltungsmöglichkeiten durchaus mannigfaltig erprobt wurden. Umdie steuerlichen Vorteile der mittelbaren Grundstücksschenkungnutzen zu können, mußte das Grundstück vom Schenker sogenau bestimmt sein, daß der Beschenkte keine eigeneEntscheidungsfreiheit mehr hatte. Diese Möglichkeit wurdebesonders dann interessant, wenn der Beschenkte das Grundstücknach einer gewissen Zeit versilberte. Da die mittelbareGrundstücksschenkung keine Anschaffung darstellt, mußte vomBeschenkten nicht einmal die Spekulationsfrist von zwei Jahren zwischenErwerb und Verkauf abgewartet werden.

Die Bewertung von Grundstücken wurde jedochrückwirkend ab 1996 neu geregelt. Unbebaute Grundstückewerden mit 80 Prozent des Richtwerts angesetzt, der bei denGutachterausschüssen der Gemeinden festgestellt wird. Fürbebaute Grundstücke muß im Einzelfall eine sogenannteBedarfsbewertung vorgenommen werden. Diese findet nur aus besonderemAnlaß statt und basiert zum Beispiel auf der 12,5fachenJahresmiete nach dem Durchschnitt der letzten drei Jahre. Im Ergebniswerden so etwa 50 bis 70 Prozent des Verkehrswertes angesetzt. Damitist eine mittelbare Grundstücksschenkung noch immer möglich– sie ist jedoch lange nicht mehr so attraktiv wie einst.

Hinzu kommt, daß der Beschenkte nicht alleertragsteuerlichen Vorzüge des von ihm eingesetzten Geldbetragesnutzen kann. So steht ihm die Eigenheimzulage nicht zu, weil er keineeigenen Aufwendungen gehabt hat und deshalb keine Anschaffung vorliegt.

Die Übertragung von Lebensversicherungsansprüchen

Eine andere Möglichkeit, Geldsteuergünstig auf die Kinder zu übertragen, hat derGesetzgeber offengelassen: die unterschiedlichen Wertansätze beinoch nicht fälligen Lebensversicherungsansprüchen. DerSchenker schließt zunächst für sich selbst eineLebensversicherung in Höhe des Schenkungsbetrages ab. DerLebensversicherungsvertrag wird danach auf einen anderenVersicherungsnehmer (den Beschenkten) – schenkweise –übertragen. Die Bewertung dieser geschenkten Lebensversicherungwird mit 2/3 des eingezahlten Betrages vorgenommen. Tatsächlichenthält der übertragene Versicherungsvertrag einen vielhöheren Rückkaufwert – besonders dann, wenn dieserVersicherungsvertrag durch Einmalbeitrag geschlossen wurde oder dieVersicherung kurz vor der Auszahlung steht. Die Vorteile dieserGestaltung:

  • Übertragungskosten (Notar, Grundbuchamt, Grunderwerbsteuer) entfallen. Dadurch kommt mehr Geld beim Beschenkten an.
  • Die Unsicherheit, ob das Finanzamt eine Geldschenkung oder eine mittelbare Grundstücksschenkung annimmt, entfällt.
  • Nach Auflösung der geschenkten Lebensversicherung steht dieRückvergütung zur freien Verfügung. Wird sie fürden Kauf eines Grundstücks verwendet, entstehen keineertragsteuerlichen Nachteile.

Allerdings könnte einGestaltungsmißbrauch das Finanzamt auf den Plan rufen. Dieseskönnte die 2/3-Bewertung in Frage stellen. Wenn der Beschenktejedoch eine gewisse Anstandsfrist (zwei Jahre) zwischen Schenkung undAuflösung des Versicherungsvertrages verstreichen läßtund auch eine plausible Erklärung für die anschließendeAuflösung des Versicherungsvertrages bieten kann (zum Beispielunvorhergesehener Geldbedarf), so läßt sich dieses Risikominimieren.

Wer noch warten kann, kann noch folgenden Vorteilnutzen: Die rechnungsmäßigen undaußerrechnungsmäßigen Zinsen der Lebensversicherungbleiben einkommensteuerfrei, wenn

  • die Versicherung nicht mit einem Einmalbeitrag, sondern mit einer mindestens fünfjährigen Beitragszahlungsdauer und
  • über eine Laufzeit von insgesamt mindestens zwölf Jahren abgeschlossen wird.

Durchführung der Gestaltung

Der Übertragende teilt dem Versicherer mit,daß der Versicherungsvertrag übergehen soll. Für dieÜbertragung verwenden die meisten Versicherer Vordrucke oderFormschreiben, die vom Versicherer übersandt werden. Der Schenkerals Übertragender und der Beschenkte als Übernehmerunterschreiben diese sogenannte Übertragungserklärung undsenden sie dem Versicherer wieder ein. Dieser bestätigt dem neuenVersicherungsnehmer die Übertragung.

Wichtig: Auch eine Regelung über dasBezugsrecht sollte getroffen werden, damit auch im Versicherungsfallalles klar ist. Dies ist aber auf den meistenÜbertragungserklärungen ohnehin vorgesehen.

Natürlich bleiben Schenker und Beschenkte verpflichtet, die Schenkung dem Finanzamt anzuzeigen.

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 02/1998, Seite 15

Quelle: Ausgabe 02 / 1998 | Seite 15 | ID 108408