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Vermietung

Bundesfinanzhof: Werbungskostenabzug auch bei aufwendiger Generalüberholung eines Altbaus

Instandhaltungsarbeiten, die dazu dienen, einemabgenutzten und verwahrlosten Gebäude zeitgemäßenWohnkomfort zu verleihen, können sofort als Werbungskostenabzugsfähig sein. Daß das Gebäude ohne Instandsetzungnicht mehr vermietbar ist, bedeutet nicht, daß automatisch einsogenannter Vollverschleiß vorliegt. Dies hat der Bundesfinanzhof(BFH) entschieden. Das Finanzamt war bei dem Gebäude noch vonVollverschleiß ausgegangen und wollte die Reparaturkostendeswegen nur auf die Restnutzungsdauer des Gebäudes verteilt alsHerstellungskosten anerkennen.

Dem hielt der BFH entgegen, daß von einemVollverschleiß nur bei schweren Substanzschäden an denfür die Nutzbarkeit und die Nutzungsdauer des Bausmaßgeblichen Gebäudeteilen – etwa den tragendenWänden und Fundamenten – ausgegangen werden könne.Diese lagen im Urteilsfall nicht vor. Die vom Eigentümer sechsJahre nach dem Kauf durchgeführten Modernisierungsarbeiten(Erneuerung der Fenster, Türen, Heizungs- und Sanitäranlagen,Elektroinstallationen und Badezimmer, Veränderung derInnenraumgestaltung durch Einbau von Trennwänden und den Einzugteilweise neuer Decken, Ausbesserung der Fußböden) betrafennicht die tragende Bausubstanz.

Hinweis: Entscheidendfür den positiven Ausgang des Verfahrens war auch noch, daßder Besitzer die Arbeiten nicht innerhalb der ersten drei Jahre nachdem Erwerb der Immobilie in Angriff genommen hatte. Da die Ausgabenfür die Renovierung mit Sicherheit 15 Prozent derAnschaffungskosten des Gebäudes übertrafen, wären dieAufwendungen sonst als „anschaffungsnaherHerstellungsaufwand“ anzusehen und damit nur über dieRestnutzungsdauer abzuschreiben gewesen.

(Urteil vom 13.10.1998, Az: IX R 61/95) (Abruf-Nr. 99253)

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 12/1999, Seite 5

Quelle: Ausgabe 12 / 1999 | Seite 5 | ID 108647