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Vermietung an Kinder

Mit dem Sparplanmodell machen Sie das Mietverhältnis „wasserdicht“

Mietverhältnisse zwischen Eltern und Kindernsind lukrative Steuersparmodelle. Die Eltern können nämlichsämtliche Kosten steuerlich geltend machen, auch wenn Sie vonIhrem Kind nur 50 Prozent der ortsüblichen Miete verlangen.Allerdings muß das Kind die Miete aus eigenen Mitteln aufbringen.Problematisch ist diese Voraussetzung, wenn das Kind über keineeigenen Einkünfte verfügt, weil es noch studiert. Siemüssen dann Ihr Kind mit den entsprechenden Mitteln ausstatten. Zuunterscheiden sind vier Fälle:

1. Kontinuierliche Geldschenkung der Eltern

Hat das Kind keine eigenen Einkünfte, so kannes die Miete letztlich nur aus Mitteln aufbringen, die ihm von denEltern oder anderen Personen geschenkt werden. Am naheliegendsten istes, wenn die Eltern dem Kind monatlich einen Betrag überweisen,mit dem es anschließend sein Studium finanziert und die Mietebezahlt. Allerdings wird dieses Modell von der Finanzverwaltung wegen„Mißbrauch der Gestaltungsmöglichkeiten“ nichtanerkannt.

2. Einmalige Geldschenkung der Eltern

Dem Kind wird bei Studienbeginn eingrößerer Geldbetrag – ohne Auflagen – geschenkt,mit dem es anschließend Studium und Miete finanziert. Nachteil:Das Kind kann über den Betrag frei verfügen. Ob es den Betragvielleicht sogar für seine privaten Vergnügungen ausgibt,kann nicht sichergestellt werden. Im übrigen sieht dieFinanzverwaltung das Modell äußerst skeptisch, so daßmit einem Rechtsbehelfs- und eventuell einem Klageverfahren gerechnetwerden muß.

3. Geldschenkung anderer Personen

Nun kommen wir zu den beiden sicheren Wegen. Ausdem Schneider sind Sie, wenn Ihr Kind einen größeren Betragbeispielsweise von den Großeltern erhält. Zahlt es mitdiesem Geld die Miete, wird das 50-Prozent-Mietverhältnisanerkannt. Allerdings: Dem Finanzamt ist die Schenkung nachzuweisen. Aneventuell entstehende Schenkungsteuer muß gedacht werden,insbesondere wenn Schenker und Beschenkter nur entfernt verwandt sind.

4. Sparplanmodell

Die Eltern können ihrem Kind auch einengrößeren Geldbetrag schenken mit der Auflage, diesen imRahmen eines sogenannten Sparplans anzulegen und aus den Zinsen dasStudium und die Miete zu finanzieren. Der Vorteil ist, daß dasKind nur über die Zinsen, nicht aber über den Kapitalstammverfügen kann. Die Finanzverwaltung akzeptiert das Modell. EinenMustervertrag für das Sparplanmodell haben wir auf dernächsten Seite für Sie abgedruckt.

Allerdings sollen die Nachteile nicht verschwiegenwerden: Dem Kind muß ein so hoher Betrag geschenkt werden,daß die Zinsen für die genannten Ausgaben ausreichen. Beiden derzeit niedrigen Zinssätzen reicht selbst eine Schenkung von150.000 DM kaum aus. Im übrigen muß bei derartig hohenSchenkungen die Schenkungsteuer einkalkuliert werden. Zwar bleiben beiSchenkungen an Kinder bis zu 400.000 DM steuerfrei, alle Zuwendungen,die innerhalb von zehn Jahren geleistet werden, sind aberzusammenzurechnen.

Und noch etwas: Übersteigen die Zinsen– gegebenenfalls mit anderen Einkünften und Bezügen– 12.000 DM, so geht den Eltern der Kinderfreibetrag bzw. dasKindergeld verloren.

Mustervertrag

Schenkungsvertrag
zwischen ........... (Name, Anschrift), im folgenden Schenker genannt,
und ............ (Name, Anschrift), im folgenden Beschenkter genannt.
 
§ 1 Schenkung
Der Schenkerschenkt dem Beschenkten hiermit einen Geldbetrag in Höhe von......... DM. Der Beschenkte nimmt die Schenkung an.
 
§ 2 Auflagen
Der Schenkerversieht die Schenkung nach diesem Vertrag mit folgendenEinschränkungen: Die Schenkung erfolgt zur Bildung eigenenVermögens des Beschenkten. Gegenleistungen für die Schenkungsind nicht zu erbringen. Der Schenker macht dem Beschenkten jedoch zurAuflage, den geschenkten Betrag bei der ........ -Bank im Rahmen einesSparplans anzulegen.
 
Die Anlage erfolgt in fest verzinslichen Wertpapieren. Eine andereAnlageform bedarf der Zustimmung des Schenkers. Die Anlage muß soerfolgen, daß der Beschenkte aus dem angelegten Geldbetragmonatlich einen Betrag von ....... (z.B. 1.200 DM) ab dem .......(Datum) ausgezahlt bekommt. Der Beschenkte verpflichtet sich, mit demgeschenkten Betrag seinen Lebensunterhalt und die Kosten seinerAusbildung zu bestreiten.
 
Die Parteien gehen übereinstimmend davon aus, daß aufgrundder Schenkung der Beschenkte in der Lage ist, sich selbst zuunterhalten und somit nicht mehr unterhaltsberechtigt (§ 1602 BGB)ist.
 
§ 3 Rückforderung und Widerruf der Schenkung
Der Schenker kann die Schenkung zurückfordern, wenn
• die Vollziehung der Auflage unterbleibt (§ 527 BGB),
• der Schenker nach Schenkungsvollzug außerstande ist,seinen Unterhalt angemessen zu bestreiten (§ 528 Absatz 1 Satz 1BGB),
• der Schenker nach Schenkungsvollzug außerstande ist,seinen gesetzlichen Unterhaltsverpflichtungen nachzukommen (§ 528Absatz 1 Satz 1 BGB).
 
Der Schenker kann die Schenkung widerrufen, wenn sich der Beschenktedurch eine schwere Verfehlung gegenüber dem Schenker oder einemnahen Angehörigen des Schenkers groben Undankes schuldig gemachthat (§§ 530, 531 BGB).
.................    ................        .....................
(Datum)       (Schenker)     (Beschenkter)


Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 06/1998, Seite 12

Quelle: Ausgabe 06 / 1998 | Seite 12 | ID 108453